Eon schließt Gaskraftwerk und zeigt wenig Interesse an Neubauten

Der bayerische Wirtschaftsminister Zeil will den Konzern mit Subventionen zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit locken

Dass die Privatisierung der Energiewirtschaft möglicherweise ein nicht ausreichend bedachter Schritt war, darauf deuten nicht nur die ständigen Preiserhöhungen und der Beinahe-Blackout im Februar hin, sondern auch das Verhalten des Oligopolisten Eon, der aus den ehemaligen staatlichen Bayernwerken hervorging. Eigentlich soll Eon den Plänen der bayerischen Staatsregierung nach gerade fünf neue Gaskraftwerke bauen, damit die Lichter im Winter auch dann nicht ausgehen, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht. Dafür gäbe es bereits zehn geeignete zehn Standorte, an denen sich die Bürgermeister um solche Investitionen reißen. Auch von Protesten radikaler Naturschützer ist nichts zu hören. Doch gebaut werden die Gaskraftwerke bislang trotzdem nicht.

Das liegt daran, dass Eon sich spreizt, die Investitionen zu tätigen. Dem nicht genug: Heute wurde bekannt, dass der Energiekonzern sogar ein in den 1970er Jahren bei Nürnberg errichtetes Gaskraftwerk schließen will. Als Begründung führt Eon an, dass die Verbrauchsspitzen am Mittag, die das Kraftwerk bislang abdeckte, nun von Strom aus Fotovoltaikanlagen übernommen würden. Dem Bundesnetzagentur-Präsidenten Jochen Homann zufolge ist das Franken-Kraftwerk nicht das einzige, das Stromkonzerne stilllegen wollen. Alleine für Bayern errechnet sich dadurch in den nächsten drei Jahren ein Minus in Höhe von 1,7 Gigawatt.

Weil die Sonne Mittags nicht immer scheint und weil Windstromleitungen fehlen, vergrößert sich durch diese Stilllegungen und die Weigerung zum Neubau von Gaskraftwerken die Gefahr von Blackouts ganz erheblich. Dem ließe sich beispielsweise durch neue gesetzliche Verpflichtungen zum Vorhalten von Reserven gegensteuern. Der bayerische Wirtschaftsminister und FDP-Fraktionsvorsitzende Martin Zeil hat jedoch andere Pläne: Er will Stromkonzernen Subventionen zahlen, damit diese die Gaskraftwerke bauen. Andere Pläne sehen vor, dass Unternehmen schon für das Bereitstellen von Kapazitäten und nicht für den Verbrauch bezahlt werden. Das stößt allerdings auf Widerstand in Teilen der CSU, wo sich Energiepolitiker wie Josef Göppel fragen, wie eigentlich die Profite verrechnet werden, die Eon mit den deutlich höheren Preisen erzielt, welche sich in Spitzenzeiten an der Leipziger Strombörse erzielen lassen.