Erst jetzt rückt Tepco einigermaßen korrekte Zahlen über die radioaktive Belastung der Arbeiter heraus

Bei fast 2000 Arbeitern im AKW Fukushima überschreitet die radioaktive Belastung der Schilddrüsen den Grenzwert von 100 Millisievert

Die Schilddrüsen von fast 2000 Arbeitern, die nach dem Unfall im AKW Fukushina 1 gearbeitet haben, sind nach Angaben des Betreiberkonzerns Tepco so stark radioaktiv belastet, dass das Risiko besteht, dass sie Schilddrüsenkrebs bekommen könnten. Der Grenzwert beträgt 100 Millisievert. In Europa beträgt der Grenzwert der effektiven Dosis für beruflich strahlenexponierte Personen 20 Millisievert pro Kalenderjahr (die Organdosis, etwa für die Augenlinse liegt bei 150 Millisievert), in den USA beträgt die effektive Dosis 50 Millisievert.

Das sind immerhin 10 Prozent der Arbeiter, die in Nothilfeteams mit Reinigungs- und Räumungsarbeiten beschäftigt waren - und zehnmal so viele, wie Tepco zunächst geschätzt hatte. Ende des letzten Jahres hatte man gegenüber der WHO erklärt, dass der Grenzwert von 100 Millisievert nur bei 178 Personen überschritten worden wäre, die maximale Strahlenbelastung lag bei 11.800 Millisievert. Es handelte sich oft nur um Abschätzungen, die erneute Messung, die nach Kritik vom japanischen Gesundheitsministerium angeordnet worden war, ergab schließlich die deutlich höheren Zahlen. Bei einem Arbeiter war die Belastung gleich um 1000 Millisievert höher.

Hier wie meist zeigt sich, dass Tepco Risiken chronisch unterschätzt, was auf weite Teile der Atomindustrie zutreffen dürfte. Arbeiter berichteten, so Asahi Shimbun, dass sie von Tepco weder über die radioaktive Belastung der Schilddrüsen noch über die damit verbundenen Risiken informiert worden seien. Die Belastung geschah vor allem während der ersten Zeit nach dem Unfall. Offenbar sind bei weitem nicht bei allen Arbeitern in dieser Zeit Messungen erfolgt, so dass auch das neue Ergebnis auf Schätzungen beruht. Tepco versprach nun, jährliche Untersuchungen der Schilddrüse bei allen Arbeitern vorzunehmen, die in Frage kommen und mehr als 100 Millisievert ausgesetzt waren.

Anzeige