Erste US-Bank verlangt für große Geldeinlagen von den Kunden Gebühren

In den USA wird zur Risikovermeidung immer mehr Geld in Banken geparkt

Offenbar horten viele Unternehmen Fonds ihr Geld in Banken, anstatt es anderweitig anzulegen oder zu investieren. Seit Beginn des Jahres sind die Geldeinlagen bei den US-Banken, wie das Wall Street Journal berichtet, um 890 Milliarden USD oder 83 Prozent auf jetzt 1,98 Billionen angestiegen. Die Kredite an Privatkunden sind hingegen nur um 0,2 Prozent, die an Unternehmen um 3,8 Prozent gewachsen.

Die Bank of New York Mellon Corporation (BNY Mellon) hatte Ende März dieses Jahres bereits Geldeinlagen in Höhe von 162,5 Milliarden USD. Kunden, die seit Ende Juli mehr als 50 Millionen USD in ihre Konten eingezahlt haben, müssen nun jährlich eine Abgabe von mindesten 0,13 Prozent für die das Limit überschreitende Summe zahlen. Bislang ist die BNY Mellon, die sich auf die Verwaltung von Fonds für andere Finanzunternehmen und Firmen spezialisiert hat und mit Großkunden arbeitet, vermutlich die einzige Bank, die diesen ungewöhnlichen Schritt gemacht hat. In einem Brief an die Kunden, der dem WSJ nach eigenen Angaben vorliegt, schreibt die Bank, dass die Einlagen "plötzlich und substantiell gewachsen" seien, da die Investoren in einer massenhaften Stimmung der Risikosenkung seien. Da man die Einlagen nicht gut investieren kann, weil die Kunden jederzeit das Geld wieder abbuchen können, und weil die Fed weiterhin die Fast-Nullzins-Strategie fährt, würde die Bank gerne auf noch mehr Geldeinlagen verzichten.

Es geht offenbar die Angst bei Unternehmern, Bankern und Fonds um, attraktiv sind Geldeinlagen wohl auch deshalb, weil sie bei der Federal Deposit Insurance Corp. abgesichert sind. Dafür aber müssen die Banken angeblich der FDIC 0,10 Prozent zahlen, was bei den Geldmengen teuer werden kann. Noch zahlt die Fed Banken für Geldeinlagen 0,25 Prozent Zinsen, das könne sich aber bald ändern, mutmaßt das WSJ, um Investitionen zu fördern. 2009 hatte die schwedische Zentralbank zur Stimulierung der Wirtschaft für Banken einen negativen Zins von -0,25 Prozent eingeführt, wenn diese Geld bei ihr parken, anstatt mit diesem zu arbeiten.

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