Erstmals Rückgang bei OTC-Derivaten

Während die nominell ausstehenden Volumina zurückgingen, sind die Marktwerte der offenen Positionen deutlich gestiegen.

Laut einem aktuellen Bericht der Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) ist es im 4. Quartal 2008 erstmals zu einem Rückgang der ausstehenden Nominale bei unreguliert (OTC, „over the counter“) gehandelten Finanzderivaten gekommen. So wird die Bruttonominale aller weltweit ausstehender OTC-Derivate per Ende Dezember mit 592,0 Billionen Dollar beziffert, also um 13, 4 Prozent weniger als sechs Monate zuvor.

Angesichts des signifikanten Preiszerfalls lagen die Volumina bei Rohstoff- und Aktienderivaten dabei um 66,5% bzw. 36,2 % niedriger und das Volumen an Credit Default Swaps (CDS) genannten Kreditversicherungen ging um 26,9 % zurück. Währungsderivate verzeichneten ebenfalls einen kräftigen Rückgang von 21% während sich Zinsderivate mit einem Rückgang um 8,6% noch vergleichsweise großer Beliebtheit erfreuten.

Während die nominell ausstehenden Volumina aber zurückgingen, sind die Marktwerte der offenen Positionen deutlich gestiegen. Die BIZ versteht darunter die hypothetischen Kosten, die bestehenden Verträge zu aktuellen Marktpreisen zu ersetzen bzw. zu erneuern, woraus sich schließen lässt, dass die überwiegende Zahl der umlaufenden Derivate als Sicherung gegen die allgemeinen Finanzmarktverlust gedient und bislang auch funktioniert haben.

Wegen der erstaunlichen Kursbewegungen ist diese Summe trotz des Rückgangs an nominell ausstehendem Volumen jedenfalls um 66,5 Prozent auf 33,9 Billionen Dollar empor geschnellt. Um 29,7 % auf fünf Billionen Dollar angestiegen ist übrigens auch das mit den Derivaten verbundene Brutto-Kreditengagement

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