Etappensieg im Konflikt um Open Access Mandate in den USA

Fraglich ist allerdings, ob das Zurückziehen des RWA auf einem Bewusstseinswandel beruht

Der Ende 2011 mit dem H.R.3699:: Research Works Act RWA unternommene Versuch, den Open-Access-Mandaten in den USA ein Ende zu bereiten, ist offensichtlich gescheitert: Gestern wurde das Vorhaben ad acta gelegt.

Der RWA wollte US-amerikanische Forschungsförderer der Möglichkeit berauben, geförderte Wissenschaftler dazu zu verpflichten, projektbezogene Publikationen entgeltfrei im WWW verfügbar zu machen. Überraschenderweise zog kurz zuvor der Wissenschaftsverlag Elsevier seine Unterstützung für den RWA zurück. Elsevier reagierte damit zwar offensichtlich auf die heftige Kritik der Wissenschaftswelt an Geschäftsmodell und Intellectual-Property-Strategie des Verlags, die in einen förmlich grassierenden Boykottaufruf des Mathematikers Tyler Neylon gegen Elsevier mündete, kündigt aber an auch, weiterhin gegen Open Access Mandate agitieren zu wollen.

Zumindest deutet die entsprechende Verlautbarung der RWA-Initiatoren Darrell Issa und Carolyn B. Maloney einen Sinneswandel an: "The American people deserve to have access to research for which they have paid. This conversation needs to continue and we have come to the conclusion that the Research Works Act has exhausted the useful role it can play in the debate."

Bereits am 31. Januar 2012 brachte der Kongressabgeordnete Mike Doyle mit dem Federal Research Public Access Act (FRPAA) of 2012 ein dem RWA gegenläufiges Gesetzesvorhaben ein, das fordert, Publikationen aus öffentlich geförderten Projekten spätestens sechs Monate nach Veröffentlichung frei zugänglich zu machen. Würde der FRPAA gültiges Gesetz ginge seine Wirkung über die auf Ebene der Förderorganisationen angesiedelten Open Access Mandate hinaus.

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