"Eurogeddon": Angst vor Ausschreitungen und sozialen Unruhen

Das britische Außenministerium hat seine Diplomaten dazu angehalten, sich auf einen möglichen Euro-Kollaps einzustellen und dabei auch die Wahrscheinlichkeit von Unruhen mit einzubeziehen

Wenn stimmt, was Familienangehörige, Freunde und Bekannte erzählen, dann gibt es in Deutschland unzählige Personen, die nachts kaum mehr schlafen, weil sie an den Euro denken. Dann sind tausende Keller bis obenhin mit Vorräten gefüllt, die zwei Monate reichen müssen, dann hätten Diebe momentan die allerbesten Aussichten in Wohnungen auf riesige Mengen Bargeld zu stoßen, wenn sie - wie in doch längst veralteten Geschichten - in Schubladen, unter Matrazen und in alten Kaffeedosen suchen. Vielleicht finden sie sogar Gold wie im Märchen. Dass die Angst, die in den Büro-, Flur- und Mittagspausenerzählungen weitergereicht wird, durchaus ernst zu nehmen ist, merkt man spätestens dann, wenn die Mütter am Telefon kaum mehr über ihre Kinder reden, sondern fast nur mehr über Euro-Kollaps-Gegenmaßnahmen - und anschließend die Sparguthaben überprüft werden..

Wenn stimmt, was die britische Zeitung Telegraph berichtet, dann liegen die Pläne für Gegenmaßnahmen zum Eurogeddon schon nicht mehr in den Schubläden der Ministerien, sondern auf dem Schreibtisch. Ein ranghoher Minister soll der Zeitung verraten haben, dass die Regierung davon ausgeht, dass der Währungszusammenbruch nur mehr eine Frage der Zeit sei. Dass sich Merkel, Sarkozy und Monti gegen das Unausweichliche noch wehren - umso besser, sagt der Minister, so habe man mehr Zeit für die Vorbereitungen:

"It's in our interests that they keep playing for time because that gives us more time to prepare."

Laut Informationen der Zeitung hätten das Außenministerium und das Commonwealth Office längst Botschaften und Konsulate dahingehend instruiert, dass diese im Notfall Pläne bereit halten, die sich auf extreme Szenarien, namentlich soziale Aufstände und Unruhen, einstellen. Chaotische Reaktionen, "civil disorder", seien keineswegs auf Griechenland beschränkt. Die britischen Diplomaten sollten darauf vorbereitet sein, dass sie Zehntausenden von britischen Staatsangehörigen, die sich in der Eurozone aufhalten, helfen können, wenn sie nach einem Zusammenbruch des Euros mit Bankomaten außer Betrieb und ohne Zugang zu ihrem Konto zurechtkommen müssen.

Die Finanzmarktaufsichtsbehörde FSA hat die britischen Banken ebenfalls angemahnt, sich auf einen Währungszusammenbruch einzustellen.

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