Europäische Zentralbank mit Milliardenverlusten?

Die Geschäftsbanken nehmen hinterlegte Wertpapiere offensichtlich nicht mehr zurück.

Nun drohen auch der Europäischen Zentralbank (EZB) Milliardenverluste. Nach einem Bericht der Verlustgesch%E4ft-Refinanzierung-EZB-bleibt-auf-Milliardenforderungen-sitzen/480145.html: Financial Times Deutschland (FTD) bleibt die EZB auf Forderungen aus Refinanzierungsgeschäften mit Geschäftsbanken sitzen. Die Summe der Forderungen aus bereits fällig gewordenen Geschäften habe sich bis zum Donnerstag schon auf 10,2 Milliarden Euro summiert, heißt es in dem Bericht. Wie hoch der Verlust letztlich ausfallen wird, zeigt sich erst dann, wenn die EZB die als "Wertpapiere" hinterlegten Papiere verkauft. Offenbar gehen aber einige Geschäftsbanken davon aus, dass es sich nun eher um "Unwertpapiere" handelt, die man als "Sicherheiten" an die EZB abgeben hat.

Doch was eine Sicherheit ist, wurde immer weiter aufgeweicht. Nahm die US-Notenbank (FED) vor dem Ausbruch der Finanzmarktkrise nur US-Staatsanleihen und die so genannten "Agencie Bonds" an, nimmt sie inzwischen sogar Aktien als Sicherheiten an, womit gegen eherne Notenbank-Prinzipien verstoßen wird und Kritiker wie der Ex-Fed-Chef Paul Volcker erklärte, der "Point of no Return" wäre damit durchbrochen.

Die EZB waren hingegen stets so gut wie alle Papiere mit Investment-Grade-Rating zulässig, also auch Bankanleihen und Hypothekaranleihen. Im Oktober entschieden die Notenbanker in einer außerordentlichen Telefonkonferenz die weitere Aufweichung der Kriterien, Beschlossen wurde, noch weniger stabile Wertpapiere als Sicherheit für die Ausgabe von frischem Zentralbankgeld anzunehmen, um die Finanzmärkte zu stützen. Das scheint sich nun zu rächen.

Ohne genauere Angaben zu machen, die EZB wollte zu dem Bericht der FTD ohnehin nicht Stellung nehmen, geht die Zeitung davon aus, dass einige Banken, die sich bei der EZB refinanziert haben, Pleite gegangen seien. Zu hoffen ist, dass am kommenden Donnerstag etwas mehr Licht auf die möglichen Milliardenverluste der EZB fällt, wenn sie ihren Jahresabschluss vorlegt. Doch schon jetzt ist klar, dass die Finanzkrise nun endgültig von den Geschäftsbanken auf die Notenbanken übergeschwappt ist, auf die nun ganz neue Probleme zukommen.