Europas Rentner mögen es heiß

Jeder vierte Ruheständler will weg. Umfrage sieht Spanien als Pensionärsziel Nummer 1. Großbritannien und Deutschland auf den hinteren Plätzen

Wenn der europäische Arbeitnehmer sein Berufsleben beendet und in den verdienten Ruhestand geht, dann will er was erleben. Das früher so gerne gezeichnete Bild vom Rentner, der pünktlich um 8.00 Uhr morgens Arztpraxen, Supermärkte und Postämter stürmt und ansonsten Zuhause vor dem Fernseher sitzt, stimmt nicht mehr. Europas Rentner machen mobil und wollen ihren Lebensabend am liebsten im sonnigen Süden verbringen.

Nach einer Umfrage von Aon Consulting unter 7.500 Menschen aus den zehn wichtigsten Volkswirtschaften Europas ist das Top-Ziel im Rentenalter das Sonnenland Spanien. Dazu passt auch, das 86,8% aller Spanier ihren Lebensabend im eigenen Land verbringen wollen. Wer im Alter vielleicht von Rheuma und Gelenkschmerzen geplagt ist, der weiß das trockene und warme Klima dort zu schätzen. Dass für die Deutschen dabei die zu Spanien gehörende Baleareninsel Mallorca das beliebteste Ziel sein wird, davon kann man ausgehen.

Die als kalt, nass und verregnet geltenden Länder Deutschland und Großbritannien stellen wiederum das absolute Schlusslicht der Seniorenträume dar. Ganze 45,9% der Deutschen und nur 42,7% aller Briten möchten in ihrem Heimatland die Rente genießen. Die Entscheidung, den Lebensabend in Mannheim, Manchester oder eben auf Mallorca zu verbringen, scheint nicht allzu schwer zu fallen.

Aber während Großbritannien wenigstens noch den 9. Platz bei den Zielländern einnimmt, taucht Deutschland in den Top-Ten-Zielen gar nicht auf. Dafür nimmt Frankreich überraschend Platz 2 und die USA den 3. Platz ein. Ob es nur das schlechte Wetter ist, welches die Menschen aus dem verregneten Britannien oder Germanien fortzieht, daran darf man gerne zweifeln. Denn immerhin wollen noch 63,4% aller Norweger und sogar 73,6% aller Dänen im Alter in der Heimat bleiben. Bekannterweise ist das Klima dort nicht unbedingt besser als bei uns. Über die weiteren Gründe des Fortzuges darf also gerne spekuliert werden. Und ob die zukünftigen Auswanderer dann in Spanien ebenfalls um 8.00 Uhr die Arztpraxen stürmen auch.

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