Europaweit autofreie Städte bis 2050

Freie Fahrt nur noch für Fahrzeuge mit Elektro- und CO2-freien Motoren

26 Prozent der CO2-Emissionen in der Europäischen Union stammen allein aus dem PKW-Verkehr, dazu konsumiert er 73 Prozent des in der EU verbrauchten Erdöls. Ein lohnendes Feld also für Emissionsminderungen und die Abkehr von der Erdölabhängigkeit.

In ihrem aktuellen Weißbuch Verkehr plant die EU-Kommission den erdölbasierten Individualverkehr deshalb drastisch einzuschränken. Stufenweise sollen herkömmliche Autos aus den Städten verdrängt werden. Erste Maßnahmen sind:

  • Erhöhung und Vereinheitlichung der Mineralölbesteuerung in der EU, bei der in Zukunft die Höhe der Steuer mindestens zur Hälfte nach den CO2-Emissionen bemessen wird. Das heißt unter anderem, dass zukünftig Diesel höher besteuert wird und dass die Biosprit-Beimischung nur noch durch CO2-Bilanzierungstricks aufrechterhalten werden könnte (indem etwa Ethanol als "nachwachsend" und damit nominell CO2-frei angerechnet wird).
  • Neue Förderprogramme: Unter dem Schlagwort "Green Cars" hat die EU bereits 5 Mrd. für die Umstellung des motorisierten Individualverkehrs auf Elektroantrieb, Brennstoffzelle, Wasserstoff bereitgestellt. Als erster Autokonzern wird Renault-Nissan nächstes Jahr (2012) mit der Massenproduktion von E-Autos beginnen, es wird Zuschüsse für den Kauf geben.
  • "Daumenschrauben", Citymaut-Systeme und Umweltzonen sollen so erweitert werden, dass für lokale CO2-Verursacher schrittweise ein Einfahrverbot eingeführt wird, bzw. Fahrzeuge mit CO2-freien Antrieben bevorzugt werden. Herkömmliche Autos würden damit zunehmend unwirtschaftlich und "unpraktisch" im Vergleich zu Autos mit neuen Antrieben.

So soll sukzessive der Anteil konventionell betriebener Fahrzeuge in Europas Städten verringert werden. Für 2030 ist eine Halbierung geplant. Auch der öffentliche Nahverkehr soll bis dahin "nahezu" C02-frei sein. Spätestens 2050 soll es in den europäischen Städten dann gar keine PKWs und Transporter mit erdölbasierten Verbrennungsmotoren mehr geben.

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