Explodierende Brüste, Sprengsätze an Gleisen

Aktuelle Al-Qaida-Warnungen zur Urlaubszeit

Diese Woche im Angebot von Al-Qaida: explosive Brustimplantate. Bei einer so einladenden Auslage griffen die britischen Beamten zu und lösten am Wochenende am Londoner Flughafen Heathrow "roten Alarm" aus, meldet der Mirror. Puritaner und Taliban sind sich einig, dass Frauen nicht zu trauen ist, jedenfalls in Sachen Oberweite. Ob die bombigen Dinger durch Abtastung enttarnt werden können, ist nicht bekannt, man will sich das Problem jedoch mal zur Brust nehmen.

Mit explodierenden Silikonimplantaten in Flugzeugen gab es allerdings schon früher Probleme, illustriert u.a. in diesem eindrucksvollen Dokumentarfilm. Es ist allerdings nicht auszuschließen, dass die NSA möglicherweise Kinofilme abgehört hat, in denen die ein oder andere Brust schon mal gefährlich wurde. Vielleicht war es aber auch nur so ein Bauchgefühl. Demnächst wird wahrscheinlich auch Hydrotoxin ins Sortiment aufgenommen.

Für Deutschland fallen von Al-Qaida diesmal nur konventionelle Bombenanschläge in ICEs ab, weiß die BILD-Zeitung. Zwei islamistische Bahnfeinde sollen trotz Prism miteinander am Telefon Bombenanschläge verabredet haben. Die vollständige Warnung kann leider wegen Unsicherheiten mit dem Springerschen Leistungsschutzrecht nicht berichtet werden. Den BILD-Lesern wird jedoch empfohlen, besser das Flugzeug zu nehmen und auf reine Männerflüge zu buchen, am besten barfuß, um Schuhsohlenbomber auszuschließen.

Die Warnung vor Anschlägen auf Züge hatte sich bereits Anfang der 1950er Jahre in der DDR bewährt. So wurden dort in Schauprozessen zwei Angehörige der "Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit" zum Tode verurteilt, die angeblich Bombenanschläge auf Brücken geplant hätten, um Zugunglücke herbeizuführen. Diese waren unter bis heute geheimnisvollen Umständen angeblich vereitelt worden. Die angeblich geplanten Anschläge dienten dem Ministerium für Staatssicherheit als Rechtfertigung für den Überwachungsstaat.

Solche Warnungen vor Terror-Anschlägen erhöhen nicht nur das subjektive Angstempfinden, sondern ändern auch konkret das Verhalten von Menschen, was eine tatsächlich gefährliche Eigendynamik bewirken kann. So stiegen nach den Anschlägen vom 11. September viele Menschen vom statistisch gesehen sehr sicheren Verkehrsmittel Flugzeug auf das Auto um. Infolge des erhöhten Verkehrsaufkommens stieg im entsprechenden Zeitraum die Anzahl der Verkehrstoten um 1.600 Opfer an.

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