Extreme Dürre in den USA: Vorerst kein Problem für den Weltmarkt

(Bild: Bild: United States Drought Monitor, Anfang August 2017)

Plötzliche Dürre bedroht im Mittleren Westen der USA große Teile der Weizenernte. Bedeutung der US-Produktion für den Weizen-Weltmarkt ist allerdings in den letzten Jahren zurückgegangen

"Flash Drought", Blitzdürre heißt ein neues Schreckgespenst, das durch die USA geistert. Und wenn sich bewahrheiten sollte, was einige bereits befürchten, nämlich die Vernichtung der Hälfte der Weizenernte auf den sogenannten High Plains, dem östlichen Vorland der Rocky Mountains, dann sollten auch rund um den Globus die Menschen aufhorchen.

Noch vor drei Monaten gab es nach den Berichten diverser US-Medien kaum Anzeichen für eine Dürre, aber nun zieht sich ein Band mäßigen bis schweren Niederschlagsdefizits durch den Weizen-Gürtel der USA. Besonders betroffen seien die Saaten Montana, Nord- und Süddakota.

Mehr als die Hälfte Süddakotas, 62 Prozent Norddakotas und 40 Prozent Montanas seien von schwerer, extremer oder außergewöhnlicher Dürre betroffen schreibt die Plattform The Daily Nonpareil Online, verschiedene Kategorien der US-Behörde National Drought Mitigation Center zitierend. Die Bauern dort würden die - verminderte - Ernte, sofern möglich, früher als geplant einbringen und Vieh verkaufen.

Einige Bauern in den am härtesten betroffenen Regionen würden die Dürre als die schlimmste bezeichnen, dis sie je erlebt hätten, berichtet das Internetmagazin Grist. Die extreme Trockenheit sei aus dem Nichts entstanden.

Heu müsse inzwischen von weit her für das darbende Vieh geliefert werden, das auf den Weiden nicht mehr genug findet. In einigen Staaten sei der Notstand ausgerufen worden, um schneller Hilfen für die Bauern mobilisieren zu können. Insgesamt sei mit einem wirtschaftlichen Schaden durch Ernteverlust und Buschfeuer von über einer Milliarde US-Dollar zu rechnen.

Da liegt die Vermutung nahe, dass es auf dem Weltmarkt demnächst zu Preiserhöhungen kommt. Immerhin gilt die Region als eine der Brotkörbe der Weit. Dagegen spricht allerdings, dass diese Bedeutung in den letzten Jahren zurückgegangen ist.

Zu Beginn des Jahrtausends hätten die USA noch 25 Prozent der globalen Weizenexporte geliefert, im Jahre 2016/17 seien es nur noch 15 Prozent gewesen, heißt es im US-Agrarministerium. Der Anteil der EU und Russlands sei hingegen gewachsen. Die Weizenanbaufläche befinde sich auf einem Rekord-Niedrigstand.

Kurz vor Ausbruch der derzeitigen Dürre hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, dass die UNO-Landwirtschaftsorganisation FAO davon ausgehe, dass die Weizenbestände in diesem Jahr das höchste Niveau seit 17 Jahren erreichen würden. Mit 247 Millionen Tonnen würden sie am Ende des Erntejahres 2017/18 ein gutes Drittel der Weltjahresproduktion betragen.

Das US-Landwirtschaftsministerium ging Mitte Juli in einer Prognose davon aus, dass die US-amerikanische Weizenente 1760 Millionen Scheffel (64,6 Millionen Tonnen) betragen und damit um 64 Millionen Scheffel (2,4 Millionen Tonnen) niedriger als im Vorjahr ausfallen würde. Die Dürreausfälle würden zum Teil durch größere Erträge bei den Wintersorten ausgeglichen. Wenn sich die Dürre nicht weiter in den Süden ausdehnt, müsste an dieser Stelle angemerkt werden.

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