Ey, isch Papst

Neben der Spur

Papst Franziskus I ist jetzt auch auf Instagram. Spannend wird es ja erst, wenn der Heilige Vater auf Miitomo zu finden sein wird

Du sollst Dir ja kein Bildnis machen, aber das trifft ja eher auf den Chef zu. Franziskus I, sein Angestellter Nummer 1, wirkt derzeit immer stärker in Social Media und hat nun beschlossen, auch auf Instagram sein Konterfei auszustellen. Das ist schon in Ordnung und wird uns sicher noch den einen oder anderen netten Shot mit Duckface aus dem Vatikan bescheren. Warum auch nicht, der Papst twittert ja zuweilen sehr intensiv und macht unter anderem klar:

"No one can be excluded from the mercy of God."

Die Nachricht ist klar, wir erwarten also, dass noch weitere Kanäle verkirchlicht werden, und sind darauf gespannt, ob wir ihn auch auf Miitomo finden werden...Miitomo? Kennt man hier noch nicht so, ist im wesentlichen eine Mobile Social App von Nintendo. Nach dem Herunterladen macht man ein Foto von sich, dann entsteht in Miitomo ein ungefähr ähnlicher Avatar im Nintendo-Style, den man noch mit weiteren Insignien im Store aufpeppen kann.

Der Clou ist, dass dieses putzige Wesen dann ziemlich neugierig wird, viele Fragen stellt, die man beantworten muss. Und dann kommt's. Also, eigentlich geht es, denn das digitale Ebenbild verschwindet in den Tiefen des Internets und führt mit diesen Antworten Gespräche und lernt andere seiner Art im Netz kennen, kommt dann mit ihnen zurück.

Ja nun, das stelle ich mir eben dann so vor, wenn Franziskus I in seiner Experimentierwut auf diese App trifft. Eines schönen Tagen läuft ein komplett weiß angezogener Avatar durch die Gegend und erzeugt Dialoge wie:

"Hallo, Du bist weiß angezogen, was machst Du denn so?"

"Ich twittere viel und segne den ganzen Tag."

"Abgefahren, ich mag Reiten, Lesen, Prinzessinnen."

"Ich mag den Herrn, dem entkommst Du nicht."

"Ah, das klingt nicht gut, ich geh dann lieber mal wieder."

Wenn also eines Nachmittags in nicht zu ferner Zukunft ein kleiner, heulender digitaler Winzling in Weiß an der Pforte des Vatikan klingelt und verzweifelt von sich gibt, niemand liebe ihn, weil sie ihn alle für ein wenig schräg halten, dann hat der Papst sicher ein paar tröstende Worte für ihn. Gott liebt auch Avatare.

Aber das wird alles eh nicht passieren, denn Miitomo gibt es derzeit eigentlich nur für den japanischen Markt. Da ist die Kirche zwar immer noch mit Missionaren unterwegs, aber das ist ein sekundärer Heilsmarkt. Konzentrieren wir uns lieber erst einmal auf Instagram und den nächsten Starschnitt des Papstes.

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