FDP in der politischen Stimmung nur noch bei 6 Prozent

Westerwelle stellt neuen Unbeliebtheitsrekord bei Außenministern auf

In der vom ZDF in Auftrag gegebenen aktuellen Umfrage der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen liegt die FDP nach einem Rückgang um drei Prozentpunkte derzeit nur noch einen Punkt über der Fünf-Prozent-Hürde, die für einen Einzug in den Bundestag maßgeblich ist. Allerdings gibt dieser Wert nur die derzeitige politische Stimmung wieder: Berechnet man Faktoren wie längerfristige Überzeugungen und taktische Überlegungen ("Leihstimmen") mit ein, dann kommt die Partei auf neun Prozent, was allerdings immer noch deutlich weniger ist, als die bei der Bundestagswahl im letzten Herbst erreichten 14,6.

Dieser schlechte Wert ist auch dafür verantwortlich, dass eine schwarz-gelbe Mehrheit in einer liquideren Demokratie derzeit keine Mehrheit hätte. Denn CDU und CSU liegen trotz der Unzufriedenheit mit dem Kabinett bei 40 Prozent in der politischen Stimmung und 37 in der Prognose und konnten damit jeweils um einen Punkt zulegen. Allerdings gibt es in den Unionsparteien zur besonders unbeliebten Position der Kopfpauschale auch Stimmen, die sich deutlich von der FDP abgrenzen.

Die SPD kann offenbar von ihrer vorsichtigen Distanzierung von Hartz-IV profitieren und kommt im Trend auf 28 Prozent (plus 2) und in der Prognose auf 26 (plus 1). Ihre Zugewinne gehen auch auf das Konto der Grünen, die statt 14 Prozent im Stimmungsbild und in dessen korrigierter Variante nur mehr auf 13 kommen. Um zwei beziehungsweise um einen Punkt zulegen konnte dagegen die Linke, die derzeit sowohl beim Tageswert als auch in der Projektion bei 11 Prozent liegt.

Ein weiteres Ergebnis der Umfrage ist, das Guido Westerwelle nun mit einer Durchschnittsbewertung von –1,3 auf dem letzten Rang der Beliebtheitsskala liegt und damit der bei der Bevölkerung unbeliebteste Außenminister in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland ist. Verhältnismäßig gut halten kann sich dagegen Angela Merkel, die auf der von +5 bis -5 reichenden Skala immer noch einen Durchschnittswert von +1,5 erreicht.