FaceSkype kommt

Neben der Spur

Skype und Facebook sollen ineinander verschränkt werden. Die verschiedenen Enden des Internets finden zusammen. Ob man will oder nicht.

Das Motto lautet: Es verschmelzen alle mit allen im Netz. So dass immer zwei Lager übrig bleiben. Und deshalb steht eine nächste Integration an, die spannend sein dürfte. Nutzer von Facebook können vermutlich sehr bald darin Skype nutzen, um statt der müden Chat-Funktion eine Unterhaltung mittels Audio und Video zu führen. Sogar SMS soll möglich sein. Wie genau diese Integration aussehen soll, das ist allerdings noch nicht klar. Man munkelt eben.

Idealerweise könnten alle Nutzer von Facebook via Website oder auch Mobile App skypen. Gut, ausgenommen iPhone-Nutzer, aber die dürfen ja eh kaum etwas. Der Rest ist über mindestens zwei Kanäle erreichbar. Da nun auch Places in Facebook verfügbar ist, lassen sich alle neben einem in der Bar finden, und man spricht am besten via Skype mit einander. Irgendwann wird das schon mit Video gehen. Und alle haben diese Features verfügbar, die bei Facebook angemeldet sind. Oder bei Skype? Das käme dann einer Zwangsmitgliedschaft gleich, denn bisher war immer noch eine Anmeldung bei Skype nötig, um in Skype gefunden und angerufen zu werden. Vor allem dann, wenn im Gegenzug auch ein Anruf vom Skype-Client aus möglich sein sollte. Vielleicht löst sich das in Zukunft galant durch Facebook-Connect. Und schon hat man einen Facebook-Account, den man so eigentlich gar nicht wollte. Flickr-Nutzer, die nun plötzlich bei Yahoo angemeldet sind, wissen, wie das Spiel geht.

Ein Blick in die andere Richtung: Microsoft ist gerade stolz darauf, 30 Millionen Windows Live Blogger zu Wordpress.com zu schicken. Da wird doch dann hoffentlich bald eine Integration von Skype und Facebook in den Blogs möglich sein. Damit sich das Netz zu einer Zwiebel wandelt, deren Service immer noch einen weiteren Service miteinander verschränkt, sobald man ein bisschen tiefer bohrt.

Vielleicht sieht das Motto dann so aus: Der Internet-User der Zukunft wird feststellen, dass er einfach überall dazu gehört, sobald er sich auch nur an einem Ende dieser Servicekette eingehakt hat. So verbindend ist das Netz, dass man keinen Unterschied mehr wahrnehmen wird. Übrig und ausgeschlossen bleiben die kleinen Anbieter, die nicht bei einer Elefantenhochzeit untergekommen sind. Das Netz wird einem Automaten gleichen, der alle Süssgetränke von einem Hersteller bezieht oder alle Hersteller auf ein Format bringen wird, ganz gleich, wie die verschiedenen Fruchtsorten und Brands auch heissen mögen. Um ganz im Bild zu bleiben. Eigentlich steht am Schluss ein riesen Bowleglas da, aus dem sich dann jeder schöpfen möge. Mal mit, mal ohne Früchte. It's all about choice, wie wir wissen.

Prost.

Anzeige