Facebook sei Dank

Neben der Spur

Ein ägyptischer Vater ist der Social Media Plattform so zugeneigt, dass er seine Tochter nach ihr benannt hat. Macht das Beispiel Schule?

Zweifellos sind es sehr mutige Menschen, die derzeit in der arabischen Welt auf die Strasse gehen und Regime stürzen. Man kann sich fragen, ob man selbst die Courage aufbringen würde, angesichts massiver Drohungen vom heimischen PC aufzustehen und sich den Demonstrationen anzuschließen.

Twitter und Facebook sind Verstärker von revolutionären Dynamiken. So wie TV Bilder von den Ereignissen. Sie erzeugen einen Tipping Point, Bürger als sichtbare Mehrheit auf die Strasse zu bringen, die sich vorher nur das Zusehen getraut haben.

In Ägypten hat nun ein Vater aus Dankbarkeit diesen digitalen Kanälen gegenüber seine neugeborene Tochter Facebook genannt. Passenderweise müsste der nächste Sohn dann vielleicht Tahrir heissen. Auf jeden Fall will die Familie damit dem Hilfsmittel der Revolution einen Dank aussprechen.

Wenn das Schule macht...

Wir wissen nicht, ob im Hause des ehemaligen Doktors von und zu Guttenberg Nachwuchs geplant ist, aber auf „Wiki“ wird er wohl dann nicht hören. Und Doppelnamen wie „Copy Paste“ scheiden vermutlich auch aus.

Und das hat in anderen Bereichen der Computerbranche auch keine Schule gemacht. Die Kinder von Bill Gates heißen Jennifer Katharine Gates (* 1996), Phoebe Adele Gates (* 2002) sowie Rory John Gates (* 1999). Da kann man beim besten Willen keine Benennung nach erfolgreichen oder bahnbrechenden Produkten des eigenen Hauses erkennen. "Blue Screen" hätte zudem auch andere Rückschlüsse zugelassen...OK, nicht lustig.

Steve Jobs hat übrigens auch drei Kinder, keines davon heisst iPad. Hätte man sich ja denken können. Aber zumindest dank syrischer Abstammung schließt sich hier der Kreis zur Revolution im Mittleren Osten. Oder zu denen, die noch kommen könnten. Vielleicht tauchen dann auch „Twitter“ und „CNN“ als Vornamen auf. Wir werden sehen.

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