Fast ein Sechstel der Deutschen ist armutsgefährdet

Auch mehr als sieben Prozent der Arbeitstätigen waren 2009 armutsgefährdet

Die Wirtschaft boomt, die Gewinne fließen, aber es werden vor allem Arbeitsplätze im Niedriglohnbereich geschaffen und das Wachstum kommt unten nicht an. So könnte man die Zahlen lesen, die das Statistische Bundesamt gerade veröffentlicht hat.

Danach waren 15,6 Prozent der deutschen Bevölkerung, als fast ein Sechstel, 2009 armutsgefährdet, 2008 waren es 15,5 Prozent. Dass die Zahl der Armutsgefährdeten ein wenig gewachsen ist, mag nicht so bedeutsam erscheinen, auf jeden Fall ist sie nicht gesunken. Grundlage der Erhebung ist eine Befragung von mehr als 13.000 Haushalten mit mehr als 23.000 Personen über 16 Jahren. Als armutsgefährdet gilt, wer "nach Einbeziehung staatlicher Transferleistungen ein Einkommen von weniger als 11 278 Euro im Jahr beziehungsweise 940 Euro monatlich zur Verfügung hatte".

Wenig verwunderlich ist, dass 70 Prozent der Arbeitslosen armutsgefährdet sind, zu denken gibt jedoch mit einem Blick auf die Forderung nach einem Mindestlohn, dass dies auch 7,2 Prozent der Erwerbstätigen sind. Und 43 Prozent der Personen in den Haushalten von Alleinerziehenden, in aller Regel Frauen, sind armutsgefährdet, was auch heißt, dass das Land mit seiner vergreisenden und schrumpfenden Bevölkerung Kinder nicht besonders wertvoll zu sein scheinen.

Und bei all der Rede von Armutsgefährdung: Wann ist denn eine Person in Deutschland arm?

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