Fast ein Zehntel der Häftlinge in britischen Gefängnissen sind ehemalige Soldaten

Viele der Soldaten, die nach dem Verlassen des Militärs verurteilt wurden, warein in Afghanistan oder im Irak im Einsatz.

Sich als Soldat zu verdingen, scheint nicht allen gut zu tun, zumal wenn sie in einem Konflikt tätig werden müssen, wo das Gesetz weitgehend außer Kraft gesetzt ist. Nach Angaben des National Association of Probation Officers ( NAPO) können sogar viele Soldaten damit rechnen, nach dem Militärjob eine kriminelle Karriere zu beginnen.

In Großbritannien sind derzeit über 8000 Veteranen hinter Gittern, fast ein Zehntel aller Häftlinge in britischen Gefängnissen hat also einmal beim Militär gearbeitet und war meist im Irak oder in Afghanistan. Nach einer Stichprobe des britischen Verteidigungsministerium könnten es sogar noch mehr sein. Sieht man die Gesamtzahlen an, wird es noch düsterer. Insgesamt sind 24.000 Veteranen entweder im Gefängnis oder sie haben noch eine Bewährungsstrafe abzudienen. Viele der Häftlinge, die für die Studie befragt wurden, hatten nach dem Verlassen des Militärs ein posttraumatische Belastungsstörung erlitten, oder wurden wegen Gewalt in Zusammenhang mit Drogen- und Alkoholkonsum verurteilt. "

Nun ist ein Streit darüber entbrannt, ob der Staat sich ausreichend um die ehemaligen Soldaten kümmert, die für das "Vaterland" am Hindukusch oder im Irak ihr Leben riskiert haben. So müsse besser überprüft werden, ob die Soldaten unter psychischen Belastungen oder Störungen leiden, die auch im US-Militär immer mehr werden. Allerdings werden auch Überlegungen laut, ob sich die Täter nicht zunehmend durch den Hinweis auf eine posttraumatische Belastungsstörung entlasten könnten.

Allerdings sind in Kriegszeiten die Übergänge vom Job als Soldat zum zivilen Leben nicht ganz einfach. Während im Krieg weit weg von der Heimat das Leben der dort heimischen Menschen, die prinzipiell immer auch Gegner sein könnten, wenig wert ist und sich beim Kampf ums Überleben sowieso die ethischen Maßstäbe verschieben und die Vorgesetzten gerne ein Auge zudrücken, um die Moral der Truppe nicht zu gefährden, fehlt das Adrenalin, das Abenteuer, die Gewalt und auch die Machtdemonstration, wenn die Krieger ins bürgerliche Leben zurückkehren. Als Helden werden sie dort auch meist nicht gefeiert, die Kriege sind auch in der Heimat umstritten, in zivilen Jobs werden andere Eigenschaften verlangt, Menschen getötet zu haben, belastet die ehemaligen Soldaten, nicht alle können dies einfach wegstecken. Möglicherweise wären die Zahlen noch weitaus höher, wenn nicht viele Veteranen in der unter den Bush-Regierung gedeihenden Branche der Söldner oder privaten Sicherheitsdiente Unterschlupf finden würden.

Anzeige