Fernsteuerbare Cyborg-Käfer

Kalifornische Wissenschaftler konnten Hirschhornkäfer mit Funksignalen beim Fliegen steuern.

Wissenschaftlerm der University of California, Berkeley, ist es gelungen, lebendige Cyborg-Insketen fernzusteuern. Auf der Konferenz MEMS 2009, die in Sorrento, Italien, stattfand und gestern endete, führten die Wissenschaftler auf eine Video ein Experiment mit Hirschhornkäfern vor, die sie ferngesteuert in einem Raum fliegen ließen.

Im Rahmen eines Darpa-Forschungsprojekts haben Hirotaka Sato und Gabriel John Lavella Hirschhornkäfer, die aufgrund ihrer Größe auch fliegend ein Gewicht von 3g mit sich führen können, ein Modul am Rücken befestigt. Mit diesem können Funksignale empfangen und an die sechs im Gehirn und Muskeln implantierten Mikroelektroden weiter geleitet werden.

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Schon viele Jahre wird nicht nur aus militärischem Interesse an (autonomen) Mikrorobotern geforscht, die Insekten ähneln ( Die Insektenroboter kommen …, sondern auch solchen fernsteuerbaren Cyborg-Insekten.( Steuerbare biologische Systeme für das Pentagon). Japanische Wissenschaftler hatten schon vor 10 Jahren eine Cyborg-Grille präsentiert, die aber mit ihrer technischen Ausstattung ein wenig überlastet wirkt.

Die kalifornischen Wissenschaftler meinen, solche Cyborg-Insekten könnten nicht nur für Militär oder Geheimdienste, sondern auch allgemein nützlich sein, weil sie an Orte gelangen können, wo kein Mensch oder größere Tiere bzw. Roboter herankommt. Also wollen sie die Hirschhornkäfer zusätzlich zu dem Steuerungsmodul noch mit Sensoren, beispielsweise einer winzigen Kamera, ausstatten. Das langfristige Ziel sei es aber, die natürlichen Sensoren, also beispielsweise die Augen, zu benutzen und die technische Systeme mit der von ihrem Körper generierten Energie zu betreiben, um die Batterien überflüssig zu machen. Die Frage ist nur, wie lange die Cyborg-Insekten überhaupt mit ihren technischen Implantaten überleben werden.

In einem anderen, ebenfalls von der Darpa geförderten Projekt werden "bio-elektromechanischen Schnittstellen" bereits in den Larven von Motten implantiert. Das scheint einigermaßen gelungen zu sein, allerdings war das Implantat bislang nur eine Attrappe.

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