Filter, Filter an der Wand

Neben der Spur

Gut, dass Facebook mich zufiltert, ich kann mich echt nicht mehr sehen

Hallo, es weened ... blödes Wortspiel, also: heute Abend ist Halloween. Und weil mir das unglaublich wichtig ist, hat mir Facebook auch exklusiv zum irischen Neujahrsfest einen Realtime Filter bereitgestellt, der mich zum Gerippe macht. Nein, das ist kein Beautyfilter für Mannequins. Es geht mehr um GruselGrusel und Süßigkeiten, wenn die denn durch den CD-Schlitz passen.

Das ist natürlich nur der Anfang. An Weihnachten flattere ich dann wahlweise als Engel oder trample als Ochs & Esel durchs Bild. Und Ostern will ich mir jetzt noch gar nicht vorstellen.

Das liegt zumindest bei Facebook im Trend. Weil zeitenweise jedes zweite Selfie auf der Plattform mit Prisma zu moderner Kunst veredelt wurde, hat man sich dort nun auch dazu entschlossen, diese Filter für Facebook Live Video bereitzustellen. Dann kann ich endlich mal wie Eduard-Munch-Figuren aussehen, wenn ich mit meinen Freunden Kontakt aufnehme. Bei manchen wäre das vielleicht sogar angebracht, aber nur bei manchen.

Das ist natürlich alles nichts gegen die neue Nummer von Microsoft, die mir in Zukunft mehr als Filter auf die HoloLens zaubern wird. Wenn ich nur will, kann ich meine Wohnung neu einrichten und mir virtuell Möbel ins Wohnzimmer stellen. Es ist nur schade, dass man hier leicht am Markt vorbei geht, denn solche Inneneinrichtungsfeatures gehen natürlich reichweitentechnisch nur auf, wenn man sie zu Halloween auch mit Gerippemustern oder zumindest mit einem Eduard Munch artigen Überzug versehen kann. Sonst interessiert das niemanden. Wir wollen doch immer nur uns sehen, nicht unsere Wohnzimmer.

Wo wir gerade bei Filtern sind: Ein wenig enttäuscht bin ich schon, dass diese Livefilter im Umfeld der Wahl nicht wenigstens Trump oder Clinton auf mein Konterfei zaubern könnten. Kaum macht jemand mein Video auf, schon könnte ich mit schlecht sitzender Haarfrisur ungestraft widerliches Zeug vor mich hin brabbeln oder billig Treffen im Weißen Haus anbieten. Das natürlich dann im Hosenanzug. Das wäre doch echt gruselig.

Aber vermutlich wird es dieses Feature am 8. November nur für Facebook-User in den USA geben. Der europäische Markt wird wegen Intervention aus Belgien davon ausgeschlossen. Naja, Oettinger hat dann sicher etwas anderes mit Facebook ausgehandelt. Zu Weihnachten.

Notalls nähme ich mich auch als Mutti & Gabriel in Kauf.