Finnland gewährt Recht auf Breitbandanschluss

Peter Muehlbauer

4.000 abgehängte Haushalte können seit letzter Woche eine Geschwindigkeit von einem Megabit pro Sekunde von ihrem Provider fordern

In Finnland ist die Bevölkerungsdichte vor allem im Norden des Landes sehr viel geringer als in Deutschland – trotzdem ist man bei der Versorgung des ländlichen Raums sehr viel weiter als hierzulande. Angeblich gibt es nämlich nur noch 4.000 Haushalte, denen derzeit kein schneller Internetzugang angeboten wird. Und auch das soll sich jetzt ändern.

In der letzten Woche verkündete die finnische Kommunikationsministerin Suvi Lindén nämlich, dass die 26 Universal-Telekommunikationsanbieter des Landes verpflichtet seien, jeden "ständigen Bewohner" des Landes und jedes Büro zu einem "angemessenen Preis" mit einen im Downstream mindestens ein Megabit pro Sekunde schnellen Anschluss zu versorgen.

Das, so die konservative Politikerin, sei ein "Grundrecht" – eine Einstufung, die auch Basis dafür ist, dass es in dem skandinavischen Land keine Three-Strikes-Regelung geben wird, wie sie von der Rechteinhaberindustrie propagiert wird.

In anderen europäischen Ländern setzt man dagegen andere Schwerpunkte als in Finnland: Eine Studie der Telekom Austria kam kürzlich zu dem Ergebnis, dass sich der "digitale Graben" in Europa vergrößert. Eine relativ gute Breitbandversorgung gibt es der letzten OECD-Statistik nach in den skandinavischen Ländern inklusive Island, den Niederlanden und der Schweiz. Die großen europäischen Länder rangieren dieser Rechnung zufolge im Mittelfeld, während Griechenland, Portugal und einige osteuropäische Staaten extrem schlecht abschneiden.