Fleisch essen soll Tabu werden

Klimawandel wird Fleischkonsum inakzeptabel machen

Nicholas Stern, Herausgeber des gleichnamigen Reports zu den wirtschaftlichen Folgen des Klimawandels - und den Kosten bei Unterlassung von Gegenmaßnahmen, ist der Auffassung, dass die Klimaverhandlungen in Kopenhagen nur erfolgreich sein können, wenn sie als Klimaschutzinstrument auch eine Verminderung der Fleischherstellung beinhalten.

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Stern, selber Vegetarier, sagte im Times-Interview: "Fleischproduktion verschwendet viel Wasser und verursacht große Mengen Treibhausgase. Es verursacht einen enormen Druck auf die Ressourcen der Welt." Genauso wie sich in den letzten Jahren die Einstellung zum Rauchen gewandelt hat, könne sich auch die Einstellung zum Fleischkonsum ändern - und dies sei notwendig für einen wirksamen Klimaschutz.

Neben einem veränderten Verbraucherbewusstsein könnten die Methan-intensiven Fleischproduzenten wie andere CO2-intensive Wirtschaftssektoren auch, an den Kosten zur Bewältigung des Klimawandels beteiligt werden - mit dem Ziel, die Produktion umzustellen. Methan ist als Treibhausgas 23 Mal so wirksam wie CO2. Nach Angaben der UN verursacht die Fleischproduktion 18 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen. Gegenspieler in Kopenhagen dürfte natürlich die Lobby der hochsubventionierten industrialisierten Landwirtschaft sein. Gerade in Deutschland haben sich die Produzenten von Biogas zudem eng verknüpt mit den größten Mastbetrieben.

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