Folgen der Klimaerwärmung sind für lange Zeit irreversibel

Nach einer Studie von Klimaforschern würden Folgen der Erwärmung auch bei einer schnellen Reduktion der CO2-Emissionen für 1000 Jahre anhalten.

Ein internationals Forscherteam hat schlechte nachrichten. Nach ihrer, u.a. vom US-Energieministerium finanzierten Studie "Irreversible climate change because of carbon dioxide emissions"(www.pnas.org/cgi/doi/10.1073/pnas.0812721106), die in den Proceedings of the National Academy of Sciences erschienen ist, sind viele Auswirkungen der durch die CO2-Emissionen verursachten Klimaerwärmung irreversibel.

Auch wenn jetzt die CO2-Emissionen energisch reduziert würden, so die europäischen und US-Wissenschaftler, würden die globalen Temperaturen für etwa 1000 Jahre erhöht bleiben (mögliche Auswirkungen von CO2-reduzierenden Geoengineering-Techniken wurden nicht berücksichtigt). Zwar würden die CO2-Werte in der Atmosphäre allmählich zurückgehen, aber die Meere geben die gespeicherte Wärme nur sehr langsam wieder ab.

Die Hoffnung, dass mit einer entschlossenen Klimapolitik die erhöhten Temperaturen in Jahrzehnten oder 100-200 Jahren wieder auf ein Normalmaß zurückgehen würden, wäre damit enttäuscht. Sollte die Studie richtig sein, dann könnte dies einen fatalen Rückschlag für die Klimapolitik bedeuten, schließlich dürfte es Politikern schwer fallen, von den Menschen Einschränkungen zu fordern, die nicht erst für die nächsten Generationen, sondern erst in relativ weiter Zukunft greifen. Allerdings, so warnen die Wissenschaftler, führen weitere CO2-Emissionen zu weiteren irreversiblen Wirkungen und verstärken das Problem. Politisch problematisch sei, dass bei den Modellen zum CO2-Handel manchmal davon ausgegangen werde, dass in Zukunft bessere Techniken zur Reduzierung der Emissionen zur Verfügung stünden. Die irreversiblen Folgen ließen sich aber auch hier nicht mindern.

Wenn die CO2-Werte in der Atmosphäre weiter steigen, also etwa von jetzt 385 ppmv auf 450-600 ppmv in 100 Jahren, dann prophezeihen die Wissenschaftler irreversibel sinkende Niederschläge in bereits trockenen Teilen Südeuropas und Süd- sowie Nordafrikas, im Südwesten Nordamerikas, im östlichen Südamerika und im westlichen Australien und einen irreversibel steigenden Meeresspiegel von bis zu einem Meter allein durch das sich erwärmende Wasser bei Nullemissionen. Bei CO2.-Werten über 600 ppmv würden die Meere um bis zu 2 m anstiegen. Die Auswirkungen der Gletscher- und Eisschmelze sind dabei noch nicht berücksichtigt und könnten einige Meter mehr beitragen. Zwar würden die Meere jetzt noch Wärme aufnehmen und dadurch die globale Erwärmung vermindern, aber wenn die Wärme wieder abgegeben wird, steigt sie wieder schneller an.

Anzeige