Französische Wirtschaftsministerin: Weltwirtschaftskrise provoziert soziale Unruhen

Frankreich sieht sich trotz der Streiks allerdings als gut gewappnet

Die Weltwirtschaftskrise könnte soziale Unruhen auslösen. Diese Befürchtung sprach heute die französische Wirtschaftsministerin Christine Lagarde auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos aus:

"Die aktuelle Lage birgt zwei große Risiken: soziale Unruhen und den Protektionismus"

Beide würden genährt von einem starken Rückgang des Wirtschaftswachstums und durch das Faktum, dass die Staaten das Geld der Steuerzahler für Rettungspläne verwenden müssen, wird Lagarde von französischen Zeitungen zitiert. Anders als die vermutlich viele jener Unzufriedenen, die für soziale Unruhen sorgen könnten, erhofft sich die Wirtschaftsministerin vom G20-Gipfel in London, der im April beginnen soll, "ein extrem starkes Signal, um das Vertrauen in das Finanzsystem wieder herzustellen".

Im eigenen Land scheinen die Ängste vor sozialen Unruhen aber nicht so groß. So ermittelt eine aktuelle Umfrage, die sich auf die Streiks am vergangenen Donnerstag bezieht, laut Figaro, dass nur die Hälfte der befragten Franzosen davon überzeugt sind, die Streiks, die auf die gegenwärtige Krise reagierten, könnten in einer größeren sozialen Bewegung münden.

Zum anderen rühmt ein Artikel der Le Monde, der erst gestern erschien, die modellhafte Krisensicherung des Landes, besonders weil Frankreich "anders als die USA oder bestimmte europäische Partner besser im Kampf gegen die Rezession gerüstet ist, weil sein Modell die sozialen Schäden begrenzt". Frankreich sei noch vor Schweden das Land in der Europäischen Union, das am meisten für die soziale Sicherung ausgebe.

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