Frauen und E-Autos

Techniklastige Kommunikation verfehlt sie als Zielgruppe

Der TÜV Süd ließ eine Umfrage unter 978 autofahrenden Frauen jeden Alters zur Akzepanz von Elektroautos durchführen. 70 Prozent der befragten Frauen nutzen ihre Autos durchschnittlich 50 km pro Tag, 40 Prozent davon fahren sogar weniger als 25 km pro Tag. Zu 70 Prozent sind das Fahrten zur Arbeit und zum Einkauf. Außerdem möchte mehr als die Hälfte der befragten Frauen ein Auto, dass maximal so groß ist, wie ein Golf.

Dieses Nutznungsprofil trifft eigentlich gut auf die E-Autos zu, die jetzt auf den Markt kommen. Deren Reichweite deckt den durchschnittlichen täglichen Fahrweg von maximal 50 km in der Regel schon mehrfach ab, so dass sie etwa alle zwei bis drei Tage an die Steckdose müssten. Eine Tankfüllung kostet dabei etwa fünf Euro.

Nach Einschätzung der Autoren verfehlt aber die technikzentrierte Behandlung der E-Autos in den Medien Frauen als Zielgruppe. Drei Viertel der befragten Frauen gaben bei der Umfrage an, sie wüssten wenig oder gar nichts über Elektromobile. Konkret nachgefragt spricht bei 61 Prozent der befragten Frauen eine lange Ladezeit, bei 58 Prozent kurze Reichweiten gegen die Anschaffung eines E-Autos. Auch der Kaufpreis ist noch ein Argument gegen die Anschaffung. 40 Prozent wollen für ein Elektroauto nicht mehr als für ein konventionelles Auto zahlen. Das Dilemma der geringen Tankkosten aber hohen Anschaffungspreise könnten mittelfristig neue Leasingmodelle aufheben, bei denen die NutzerInnen das Auto nicht kaufen sondern für dessen Nutzung zahlen, ähnlich wie bei Handyverträgen heute.

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