Fruchtsäfte und Smoothies machen dick und fördern das Diabetes-Risiko

Florian Rötzer

Wissenschaftler empfehlen stattdessen den Verzehr von ganzen Früchten - aber es scheinen auch nicht alle das Diabetes-Risiko zu senken

Wir sollen möglichst am Tag mehrmals, oft heißt es fünfmal, Gemüse und Früchte essen. Weil Früchte aber erst einmal gewaschen und vielleicht noch anderweitig aufbereitet werden müssen, ziehen viele Fruchtsaftgetränke vor. Die Industrie befördert den schnellen und angeblich gesunden Genuss, indem sie etwa Smoothies aus püriertem Fruchtfleisch kreiert hat. Die sollen das Essen von Früchten ersetzen und uns mit den notwendigen Energien versorgen.

Forscher haben nun zwar nach Auswertung von Langzeitstudien mit fast 190.000 Versuchspersonen bestätigt, wie sie schreiben, dass der Verzehr von ganzen Früchten wie Äpfeln, Birnen, Weintrauben oder Blaubeeren das Diabetes-2-Risiko signifikant senken kann, wenn in der Woche drei Portionen zu sich genommen wird.

Anders ist es bei Fruchtsäften. Werden diese mehr getrunken, steigt das Diabetes-Risiko. Wenn man aber drei Portionen Fruchtsaft in der Woche durch den Verzehr von ganzen Früchten ersetzt, sinkt das Diabetes-Risiko um 7 Prozent.

Nach der Studie senken das Diabetes-Risiko also nur bestimmte Früchte, nicht beliebige, zudem kann Fruchtsaft kein Ersatz für den Verzehr von ganzen Früchten sein, weil es offenbar einen Unterschied zwischen dem Essen von Früchten, das eine kleine Mahlzeit darstellt und die Schale manchmal mit einschließt, und dem Trinken einer pürierten Frucht gibt.

Der US-Ernährungswissenschaftler hatte schon vor Jahren mit seinem Kollegen George Bray auf die Gefahr des hohen Maisfruktose-Gehalts in Softdrinks hingewiesen. Konzerne wie Coca-Cola und Pepsi haben seither in die Herstellung von Smoothies und Fruchtsäften investiert, was für Popkin aber nur eine "neue Gefahr" darstellt. Dem Guardian gegenüber empfahl Popkin, lieber mehr Gemüsesaft zu trinken.

Man müsse nur daran denken, eine oder zwei Orangen zu essen. Dann wäre man erstmal satt. Wenn man hingegen einen Smoothie mit sechs Orangen trinkt, habe man kurz danach kein Sättigungsgefühl mehr. Man nimmt aber den Zucker von sechs Orangen auf – und so viel, wie wenn man eine große Flasche Cola mit zugesetztem Zucker trinkt. Und da Zucker Zucker ist, erhöhen auch Fruchtsäfte, egal ob Konzentrat oder 100 Prozent Frucht, das Risiko für Diabetes und Übergewicht.