Führerschein erst nach Gentest?

US-Wissenschaftler haben eine Genvariante entdeckt, deren Träger schlechter Autofahren können.

Auf eine bislang noch kaum bedachte Folge von Gentests macht eine Studie von Wissenschaftlern der University of California-Irvine aufmerksam. Sie wollen herausgefunden haben, dass gefährliches Autofahren teilweise auch genetisch bedingt sein könnte, wie sie in der Zeitschrift Cerebral Cortex berichten.

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Von Bedeutung könnte das BDNF-Gen (brain-derived neurotrophic factor) sein. Es spielt eine Rolle bei kognitiven Prozessen und auch womöglich auch bei psychischen Erkrankungen spielen. Nach den Wissenschaftlern wird das Gen aktiviert, wenn bestimmten Aufgaben ausgeführt werden sollen, die das motorische System und Lernen betreffen. Nun sollen bis zu 30 Prozent der Amerikaner die Gen-Variante vall66 met besitzen, die die Expression des BDNF-Gens reduziert.

Bei einem Experiment mit einem Fahrsimulator, an dem 29 Versuchspersonen – 22 mit der Genvariante und 7 ohne diese – teilnahmen, wurden diese aufgefordert, bestimmte Strecken mit schwierigen Kurven und Wenden zu trainieren. Einige Tage später wurde der Test wiederholt. Die Personen mit der Genvariante schnitten durchschnittlich um 20 Prozent schlechter ab als die Kontrollgruppe. Zudem erinnerten sie sich beim zweiten Mal schlechter an die ersten Erfahrungen mit dem Fahrsimulator. Sie fahren also schlechter.

Allerdings ist es nur eine Vermutung, dass sie womöglich deshalb auch häufiger Unfälle verursachen. Beruhigend machen die Wissenschaftler darauf aufmerksam, dass es noch keinen kommerziellen Test für dieses Gen gibt.

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