Fukushima: 300 Tonnen hoch belastetes Kühlwasser ausgetreten

Die riesigen Wassermengen, die noch immer zum Kühlen der Reaktoren benötigt werden, sorgen weiter für Probleme

Im AKW Fukushima gelingt es dem Betreiberkonzern offenbar nicht, das Austreten von radioaktiv kontaminierten Wasser zu verhindern. Besonders problematisch ist, dass die Kapazitäten zum Sammeln des Wassers, das weiterhin zum Kühlen der Reaktoren und Abklingbecken benötigt wird, an ihr Ende kommen und das hoch mit Caesium und Tritium belastete Kühlwasser bereits in das Grundwasser und ins angrenzende Meer gelangt. Der Versuch, eine Barriere zwischen den Sammelbecken für das kontaminierte Wasser und dem Meer zu errichten, ist bislang wenig erfolgreich gewesen. 300 Tonnen radioaktiv belastetes Wasser sollen täglich ins Meer fließen.

Gestern wurde erneut ein Leck bei einem Ventil eines Tanks gemeldet. Extrem hoch radioaktiv kontaminiertes Wasser ist aus einem Tank in die 30 cm hohe Schutzumrandung aus Beton um insgesamt 26 Tanks ausgetreten. Gewunden teilte Tepco mit, es könne nicht geleugnet werden, dass Wasser aus dem Tank ausgetreten sei. Es soll sich um 300 Tonnen Wasser, belastet mit 80 Millionen Becquerel pro Liter, handeln. Das wäre der größte Vorfall seit der Katastrophe 2011. Durch ein Ventil sind 120 Liter auch aus der Schutzbarriere ausgelaufen. Über den entstandenen Pfützen wurden 100 Millisievert pro Stunde gemessen.

Das Wasser wird seitdem abgepumpt, der kontaminierte Boden soll entfernt werden. Das Wasser wird regelmäßig gemessen. Tepco bestreitet, dass Wasser in das Meer gelangt sei, die National Aufsichtsbehörde NRA gab jedoch die Anweisung, die Möglichkeit zu überprüfen. Bislang wurde der Tank noch nicht gefunden, in dem das Leck ist, daher läuft weiter Wasser aus. Die jeweils 1000 Tonnen fassenden Tanks bestehen aus Stahlbändern, an den Stellen, an denen sie verbunden sind, kommt es häufiger zu Lecks. Überdies gab es beim AKW am MOntag noch einen Alarm, weil die radioaktive Belastung der Luft anstieg. Zwei Mitarbeiter wurden einer erhöhten Strahlung ausgesetzt, als sie auf den Bus warteten. Schon am 12. August war ein ähnlicher Vorfall bekannt geworden, bei dem bei 10 auf einen Bus wartenden Mitarbeitern eine erhölhte Belastung festgestellt wurde. Die Ursache ist noch unbekannt.

Yuhei Sato, der Gouverneur von Fukushima, forderte die Regierung auf, die Initiative zu übernehmen. Das Leck bezeichnete er als "nationalen Notstand". Tepco entschuldigte sich und bedauerte das Leck.

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