Fukushima-GAU wird sehr teuer

Tepco geht von einer Verdoppelung der Kosten für die Abräumarbeiten auf 97 Mrd. Euro aus

Nur nach und nach wird den Japanern reiner Wein eingeschenkt. Schon im Juli war das Betreiberunternehmen der Unglücksreaktoren, Tokyo Electric Power Co. (Tepco), zahlungsunfähig. Die japanische Regierung musste 10 Mrd. Euro zuschießen, im Gegenzug wurde das Unternehmen verstaatlicht, will heißen: Alle Folgekosten muss von nun an die Bevölkerung mit ihren Steuern zahlen.

Doch nun kommt's richtig dicke. Diese Woche bezifferte Tepco die Kosten für die Aufräumarbeiten im Umfeld der Reaktoren sowie die Entschädigungszahlungen an rund 1,5 Millionen Menschen in der Region mit mindestens zehn Billionen Yen (97 Mrd. Euro). Im April hatte Tepco die Kosten noch halb so hoch angegeben.

Auf dem ehemaligen Kraftwerksgelände soll ein Zentrum zur Überwachung der Aufräumarbeiten mit 4.000 Angestellten entstehen. Von dort soll nicht nur das Kraftwerk selbst demontiert werden, sondern sollen auch Häuser, Straßen und die kontaminierte Region gesäubert werden. Rechnet man für die Demontagearbeiten in Fukushima, trotz der Zerstörungen, mit einem ähnlichen Zeitrahmen, wie er jetzt für den Abriss des AKW-Brunsbüttel veranschlagt wurde, dürften sie mindestens 20 Jahre dauern. Als Ersatzkraftwerk ist angedacht, in Fukushima anstelle des AKWs nun ein Kohlekraftwerk zu errichten.

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