Fukushima: Kontaminiertes Wasser nicht unter Kontrolle

Nach dem Zuschlag für Olympia in Tokio widerspricht ein Tepco-Mitarbeiter den Versprechen, die Ministerpräsident Abe vor dem IOK machte

Die Probleme mit hochgradig kontaminiertem Wasser im japanischen Fukushima sind noch nicht unter Kontrolle. Das soll nach einem Bericht der chinesischen Nachrichtenagnetur Xinhua ein hochrangiger Mitarbeiter der Betreibergesellschaft Tepco gesagt haben. Der Mann heiße Kazuhiko Yamashita und habe die Äußerungen auf einem Treffen mit oppositionellen Abgeordneten in der Stadt Koriyama gemacht. Xinhua beruft sich auf die japanische Agentur Kyodo.

Kyodo schreibt in ihrem Bericht, dass die Regierung den Widerspruch zu Äußerungen herunter zu spielen versucht, die Premierminister Shinzo Abe letzte Woche in Buenos Aires vor dem Olympischen Komitee machte. Dort hatte Tokio den Zuschlag für die Olympischen Sommerspiel 2020 bekommen. Tepco erklärte seinerseits, dass der Ministerpräsident in Buenos Aires mit seiner Versicherung, die Situation sei unter Kontrolle, sicherlich gemeint habe, "dass die Auswirkungen radioaktiven Materials auf den Hafen des Kraftwerks beschränkt sei. (…) Insofern haben wir die gleiche Ansicht".

Unterdessen berichtet die Zeitung The Mainichi, dass erheblich erhöhte Radioaktivität in einem Graben gefunden worden sei, der von den Tanks für kontaminiertes Wasser ins Meer führt. An den Tanks waren in letzter Zeit mehrere Lecks festgestellt worden.

In einem anderen Artikel berichtet die Zeitung, dass die große Mehrheit derjenigen, die aus der weiteren Umgebung von Fukushima nach dem Tsunami und der Reaktorhavarie evakuiert wurden, nicht zurück wollen. 80 Prozent hätten in einer Meinungsumfrage angegeben, sich anderswo niederlassen zu wollen, 30 Prozent hätten dies bereits getan. Daraus lässt sich auch ableiten, dass ein erheblicher Teil der Evakuierten noch immer in Provisorien lebt. Nach neuesten Statistiken würden aus den drei betroffenen Präfekturen Fukushima, Miyagi und Iwate rund 61.000 Evakuierte in Tokyo und anderen Präfekturen leben. Die Umfrage sei bereits die fünfte ihrer Art, und der Anteil derjenigen, die nicht mehr zurück wollten, nehme von Mal zu Mal zu.

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