G20-Finanzgipfel sagt: Yes, we can, but later

Merkel und Steinbrück sehen Substantielles in den Absichtserklärungen geleistet.

Bundeskanzlerin Merkel ist zufrieden mit dem Ergebnis des G20-Finanzgipfels in Washington. Man habe sich auf ein "substantielles" Dokument geeinigt und eine "vernünftige und angemessene Antwort auf die Finanzkrise gefunden". Auch Finanzminister Steinbrück meldete Erfolg und erklärte: "Die Überschriften sind sehr klar und entsprechen auch unseren deutschen Interessen, nicht zuletzt, weil wir diese Diskussion sehr aktiv mit vorangetrieben haben."

Bild: Weißes Haus
Bild: Weißes Haus

Das Abschlussdokument des Weltfinanzgipfels sieht engere Zusammenarbeit vor, um das Finanzsystem zu stabilisieren. Globale Regulationen seien erforderlich. So soll die Transparenz durch strengere Bilanzierungsrichtlinien gestärkt werden, die Rating-Agenturen besser überwacht und die Hedgefonds stärker reguliert werden, während man die Finanzinstitutionen IWF und Weltbank reformieren will.

Allgemein steht man für eine "offene globale Wirtschaft", was heißt, dass man dem freien Markt nicht nahe treten will. Protektionismus soll keine Folge der Finanzkrise sein, das wird sich schon daran zeigen, wie die Staaten etwa Autobranche unter die Arme greifen wird. Ein Aktionsplan wurde beschlossen, allerdings bleibt er vage wie alle anderen Good-Will-Ankündigungen. Ende März sollen die Finanzminister Genaueres ausgeführt haben.

US-Präsident Bush machte wohler eher klar, was Stand der Dinge ist, als Merkel und Steinbrück: "All this is an important first step -- in other words, this is a beginning of a series of meetings."