GCHQ twittert, The Intercept leakt

NSA-interne Zeitschrift SIDtoday wird öffentlich

Seit heute sind die Abhörspione ihrer Majestät, die Government Communications Headquarters (GCHQ) mit einem offiziellen Account auf Twitter vertreten. Der zwitschernde Geheimdienst informiert über seine Ursprünge im Ersten Weltkrieg und lädt zum Fußballsudoku ein. In der ersten drei Stunden seiner Existenz sammelte das GCHQ über 17.000 Follower ein. Der GCHQ-Account folgt offiziell nur 59 anderen Accounts, in Wirklichkeit allerdings folgen die Spione aus Cheltenham allen Twitternutzern, wenn auch auf ihre Weise.

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Der große Bruder aus Übersee empfing die Kollegen standesgemäß. Allerdings werden sich die beiden Five-Eyes-Mitglieder heute aus ihrer Perspektive eher unerfreuliche Dingte zu erzählen haben: So grätschte in die Online-Öffentlichkeitsarbeit der Geheimen ausgerechnet Enthüllungsjournalist Glenn Greenwald. Dessen Enthüllungswebsite The Intercept ermöglicht ab sofort einen umfangreicherern Zugriff auf die Snowden-Dokumente.

The Intercept publiziert nunmehr 166 Artikel der internen NSA-Hauszeitschrift SIDtoday. Der Newsletter startete 2003 während des Irakkriegs und liegt Greenwald bis zum Jahrgang 2012 vor. Die Dokumente erlauben einen Einblick in die Rolle der NSA bei den Verhören in Guantánamo Bay. Vor der Veröffentlichung wurden die Jahrgänge zum Schutz von Persönlichkeitsrechten etc. editiert. Die Redaktion von The Intercept hat eine Auswahl "der fesselndsten Artikel" zusammengestellt.

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