Garantiertes Qualitätsmarihuana zum Festpreis von einem Dollar pro Gramm

Uruguays Pläne zum Kampf gegen den illegalen Drogenmarkt

Uruguay will im nächsten Jahr den Verkauf von Marihuana legalisieren und staatlich regeln. Nach Aussagen von Julio Calzada, Leiter der staatlichen Junta Nacional de Drogas, einer ministerienübergreifenden Einrichtung zur Koordinierung der Drogenpolitik, erwägt man, einen ziemlich günstigen Preis festzusetzen, nämlich etwa einen Dollar pro Gramm.

Das reiche für eine dicke Marihuana-Zigarette oder für zwei, drei dünnere, wird Calzada zitiert. Es gehen nicht darum Geld damit zu verdienen, sondern um Bagatellkriminalität zu bekämpfen und darum, den Markt von illegalen Dealern abzuwenden. Während der illegale Markt gefährlich sei und die Ware von schlechter Qualität, werde der Staat einen sicheren Ort anbieten, damit ein Qualitätsprodukt erworben werden kann - und noch dazu überall zum selben Preis.

Starten soll der staatliche Verkauf in der zweiten Jahreshälfte 2014. Das Gesetz, welches den Konsum, Anbau, Besitz und Kauf von Marihuana (bis zu 40 Gramm im Monat) sowie den Verkauf erlaubt, war im Sommer vom Abgeordnetenhaus verabschiedet worden. Die Zustimmung der zweiten Kammer, des Senats, steht noch aus. Da das regierende Bündnis Frente amplio (FA) auch dort die Mehrheit hält, dürfte das Vorhaben auch diese Kammer passieren; allerdings ist dies nach Angaben des Guardian noch nicht geschehen, obwohl es im Sommer bereits hieß, dass Präsident José Mujica darauf dränge.

Laut der britischen Zeitung muss ein Cannabis-Konsument im amerikanischen Bundesstaat, wo der Konsum ebenfalls erlaubt ist und der legale Verkauf erst noch geregelt wird, mit Preisen zwischen 13 und 17 Dollar pro Gramm rechnen. In Apotheken, wo das Cannabis bei Vorlage eines Nachweises, dass es aus medizinischen Zwecken benötigt wird, verkauft wird, kostet es angeblich zwischen 8 und 14 Dollar.

"Der durchschnittliche Marihuana-Liebhaber kann im nächsten Jahr mit einem Einzelhandelspreis von 185 Dollar pro Unze rechnen", stellt das Wirtschaftsressort des Time-Magazins den Konsumenten im US-Bundesstaat Colorado in Aussicht, wo ebenfalls Regelungen zum legalen Verkauf getroffen werden, in Aussicht. Das entspräche einem Grammpreis von etwa 6,5 Dollar.

Eingerechnet sei dabei schon, dass die jetztigen Schwarzmarktpreise sinken würden. Der Preis hänge aber auch von der Qualität ab. Bei besserer Qualität müssten "marijuana enthusiasts" mit 300 Dollar pro Unze rechnen, so das Time-Magazin, das den Cannabis konsumierenden Lesern eine Schätzung präsentiert, wonach sie jährlich im Durchschnitt mit 650 Dollar an Kosten rechnen können.

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