Gaslecks: Fracking klimaschädlich

In den USA geht viel Methan aus maroden Pipelines verloren

In den USA wird, wie mehrfach berichtet, inzwischen im großen Stil sogenanntes unkonventionelles Erdgas gewonnen. Dabei handelt es sich um Gas, das nicht in größeren Blasen, sondern in kleinen Gesteinsporen im Boden eingeschlossen ist. Diese müssen mit hohem Druck, dem Einsatz von viel Wasser und mit einem giftigen Chemikaliencocktail aufgebrochen werden, damit das Gas gefördert werden kann. Fracking wird diese Methode genannt, und US-Unternehmen würden sie gerne in alle Welt exportieren.

Man kann sich vorstellen, dass das für die Umwelt alles andere als unbedenklich ist, weshalb sich nicht nur hierzulande und in den USA, sondern in den meisten anderen Ländern, wo Konzerne und kurzsichtige Politiker auf die gleiche verrückte Idee kommen, jede Menge Widerstand gegen entsprechende Vorhaben regt.

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Vergrößern Dreisprachiges Plakat in Tunis: Der tunesische Gewerkschaftsbund und der internationale Verband von Dienstleistungsgewerkschaften macht auf die Gefahren von Fracking aufmerksam.Bild: wop

Ein weiteres Argument gegen das Fracking ist das bei der Förderung ungenutzt entweichende Gasgemisch. Größtenteils besteht es aus Methan, das eigentlich ein ganz nützlicher Energieträger ist. Immerhin entstehen bei seiner Verbrennung in einem Gaskraftwerk pro Kilowattstunde nur ein Drittel bis die Hälfte der Treibhausgase, die eines der Braunkohlekraftwerk von RWE im Rheinland oder Vattenfall in Brandenburg emittiert.

Anders sieht es allerdings aus, wenn das Methan ungenutzt entweichen kann. Dann wirkt es ebenfalls als Treibhausgas, wobei ein Molekül Methan (CH4) rund 25 mal so effektiv die Erde aufheizt wie ein Kohlendioxidmolekül (CO2). Daher ist es nicht ganz belanglos, wenn etwa zwei Prozent des Gases einfach durch diverse Lecks entweichen. Das entspricht vom Standpunkt der Klimawirksamkeit immerhin grob geschätzt 50 Prozent der Treibhausgase, die bei der Verbrennung des restlichen Gases entstehen

Zu dumm, dass bisher keiner daran gedacht hat, für das entweichende Methan Vorschriften zu erlassen. Aus eigenem Antrieb kommen die Pipelinebetreiber offensichtlich nicht auf die Idee, sorgfältig zu arbeiten. Und zu dumm auch, dass der sakrosankte Markt die Sache nicht regelt. Den Pipelinebetreibern gehört das Gas nämlich nicht, und dessen Besitzern scheinen die Lecks ebenfalls egal zu sein oder aber sie haben bisher keine Handhabe gegen die schlampigen Betreiber gefunden.

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