Gaza: Hilfsgüter der Flotte dürfen nicht rein

Nach Medienberichten verweigert die Hamas die Lieferung

Mindestens 5 Lastwagen, gefüllt mit Hilfsgütern der von israelischen Soldaten gekaperten "Solidaritäts-Flotte", dürfen Medienberichten zufolge nicht nach Gaza, weil dies die Hamas nicht erlaube. Begründet wird dies von Ahmad al-Kurd, Minister der Hamas-Regierung, mit Forderungen, die an die israelische Regierung gestellt werden: Israel müsse erst alle Schiffspassagiere freilassen und alle Hilfsgüter für den Gazastreifen zulassen. Laut westlichen Medien besteht die fragliche Ladung aus Medikamenten, Zement, Geräten zur Trinkwassereinigung und motorisierten Rollstühlen. Zement steht auf der israelischen Liste der nicht zugelassenen Güter.

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Während der Guardian und die New York Times Offizielle damit zitieren, dass Hamas die Lastwagen mit den Hilfsgütern an der Grenze wieder zurückgeschickt habe, widerspricht Hamas-Sprecher Sami Abu Zuhri laut Irish-Times dieser Darstellung:

"Until now, Israel has not sent any of the goods to Gaza. We refuse to discuss until all of the goods are released."

Da die Lieferungen von Hilfsorganisationen stammten und nicht an die Hamas gingen, so Abu Zuhri weiter, sei es auch nicht Sache der Hamas, sondern Entscheidung der Hilfsorganisationen, was mit den Gütern passieren soll. Indessen rücken auch hierzulande die Zweifel an der türkischen Hilfsorganisation IHH in die Öffentlichkeit (wie die taz berichtet, sollen nach Angaben von türkischen Medien "mindestens 40 der Aktivisten auf der "Mavi Marmara" gewaltbereit gewesen sein; drei der Toten hätten vor ihrer Abreise verlautbart, dass sie auf diesem Trip als "Märtyrer" sterben wollen).

Angaben der Irish Times widersprechen der Aussage des Hamas-Sprechers in einem Punkt. Demnach stehen 8 Lastwagen am Grenzübergang Karem Shalom und warten auf die Erlaubnis zum Passieren. Geht es nach der israelischen Regierung sind alle Passagiere der Flottilla freigelassen, außer einem Iren, einem Australier und einem Italiener; allerdings heißt es auch, dass sich noch einige Aktivisten in israelischen Krankenhäusern befinden.

Am gestrigen Donnerstag wurde bekannt, dass die Hamas Niederlassungen mehrerer NGOs gewaltsam geschlossen habe. Vertreter der UN protestierten, da sich unter den betroffenen Organisationen auch welche befanden, die mit der UN eng zusammenarbeiten

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