"Geld ist eine Illusion, es gibt keine Sicherheit"

Die Weltweisheit der FAZ, allerdings nur für Anleger, also für diejenigen, die mehr Geld als notwendig haben

Wir sind in Panik, sagt die FAZ. Wenn wir Anleger sind, also Geld haben, das wir nicht zum Leben brauchen, aber sichern wollen, dann sieht es schlecht aus, will uns der FAZ-Journalist versichern. Sein Beispiel ist ein älteres Ehepaar, dem es eigentlich gut gehen sollte, weil es immerhin über ein Vermögen von 2,5 Millionen Euro verfügt:

"Auf den Girokonten liegen 200.000 Euro. Die Anleihen - vorrangig Staatspapiere - sind 300.000 Euro wert. Die Rentenanspüche haben einen Kapitalwert von 600.000 Euro. Die Immobilien sind 900.000 Euro wert. Und die Aktien haben einen Wert von 500.000 Euro."

Es geht also nicht um Arme, Geringverdiener oder Hartz-IV-Empfänger, die sowieso nichts anlegen können, wie die Mehrheit der Bundesbürger, sondern um die reiche Mittelschicht, der nun kräftig Angst gemacht werden soll, was ja auch politische Folgen hat. Die Probleme, mit denen sich diese Schicht herumschlagen muss, sind Entscheidungen, wie sie ihren Wohlstand "anstrengungslos" erhalten und weiter vermehren können. Hart versichert den Reichen der FAZ-Journalist: "Geld ist eine Illusion, es gibt keine Sicherheit."

Es geht natürlich nicht um den Absturz in die Armut, sondern darum, den vermögenden Menschen Angst zu machen, vielleicht ein bisschen weniger Vermögen zu haben. Dafür wird die Apokalypse an die Wand gemalt, die jeden betrifft, der ein wenig mehr hat, als zum Überleben erforderlich ist. Das sind nicht die Leistungsträger, sondern die Überschussverwalter:

"Es ist völlig egal, ob das Vermögen derzeit 25.000 Euro, 250.000 Euro, 2,5 Millionen Euro oder 25 Millionen Euro wert ist. Die Menschen leben in einer Mischung aus Angst und Gier. Im Moment herrscht Panik. Die Ersten haben Angst vor Inflation, die Zweiten haben Furcht vor einer Währungsreform, und die Dritten haben Sorge vor einer Enteignung. Alle müssen erkennen, dass es keine Sicherheit gibt, und diese Erkenntnis raubt vielen Anlegern zurzeit den Schlaf."

Wertpapiere, Rentenansprüche und Staatsanleihen, alles nur "Glaube und Hoffnung", auch die Immobilien sind vielleicht nicht das wert, wofür man sie verkauft hat. Ach, das Leben ist flüchtig und das Geld sowieso. Nun könnte man eine Predigt anstimmen über Vanitas und die falsche Orientierung auf materiellen Reichtum. Aber nichts da, die FAZ-Welt kennt nur die Mehrung des Vermögens und die Wertschätzung der Vermögenden oder Besitzenden. Natürlich will man keinen Abgesang auf den Besitz machen, aber man will doch sagen, "dass Geld eben eine Illusion ist. Folglich gibt es auch keine Sicherheit. Das Ehepaar kann die 2,5 Millionen Euro in Bargeld, Gold, Immobilien oder Aktien investieren. Genauso könnte es das Geld in Autos, Bilder oder Getreide stecken. Es gibt es keine Garantie, dass die Anlagen morgen noch vorhanden sein werden, und es gibt es keine Sicherheit, dass die Güter übermorgen noch etwas wert sein werden."

Gut ist daher, wenn das Ehepaar ein so großes Vermögen hat, dass es die Anlagen streuen kann. Irgendwas wird dann schon bleiben, um die Reichen vor der Armut zu schützen. Das ist wohl war und unterscheidet die Probleme des Ehepaars von denen der Mehrheit der Bundesbürger. Der FAZ-Autor endet damit, dass beim Geld der Verstand auf der Strecke endet. Dem möchte man zustimmen, wenn man für Geld Besitz einsetzt.

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