Genetischer Fingerabdruck an Tatorten kann leicht gefälscht werden

Herkömmliche Gentests können künstliche DNA nicht von natürlicher unterscheiden.

Der genetische Fingerabdruck gilt als zuverlässig. Mit ihm werden Täter überführt oder Unschuldige entlastet. Weil der genetische Fingerabdruck als so sicher gilt, werden auch Gendatenbanken aufgebaut, um so mögliche Täter auch noch viele Jahre nach einem Verbrechen identifizieren zu können.

Das Vertrauen in die DNA-Proben, die an einem Tatort gefunden werden, könnte aber schwinden. Israelische Wissenschaftler haben nun darauf hingewiesen, dass man bei allem Enthusiasmus für den genetischen Fingerabdruck übersehen hat, dass der Nachweis zwar korrekt sein kann, die Quelle aber gefälscht.

Praktisch jeder könne mit Grundkenntnissen und mit den verfügbaren Mitteln künstliche DNA herstellen, die dann beliebig mit einem genetischen Profil versehen werden kann, schreiben sie in einem Artikel, der in der Zeitschrift Forensic Science International: Genetics erschienen ist.

Die künstliche DNA ließe sich dann auf Oberflächen anbringen oder in menschliches Gewebe einbringen, um es dann an einem Tatort zu deponieren und so falsche Spuren zu legen. Das sei sogar viel einfacher als das Anbringen von gefälschten Fingerabdrücken. Die Wissenschaftler zeigen, dass die gebräuchlichen Gentests nicht zwischen künstlicher hergestellter und echter DNA in Speichel- und Blutproben oder auf Oberflächen unterscheiden können.

Das wäre ein Desaster für die Forensik und die Rechtssprechung. Die Wisenschaftler wollen aber auch schon die Lösung gefunden haben. Nach ihren Erkenntnissen sind alle Loci bei der künstlichen DNA methyliert, während bei natürlicher manche methylisiert sind, andere aber nicht. So ließen sich dann doch die Genbetrüger aufdecken, sofern diese nicht wiederum im Wettrüsten neue Möglichkeiten zur Herstellung künstlicher DNA entwickeln.

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