Globaler Slow-down beschleunigt sich

Die für 2013 erhoffte Rückkehr zu stärkerem globalem Wachstum findet nicht statt, wie die Quartalsberichte von Wal Mart, Caterpillar und weiteren als Konjunkturindikatoren geltenden Unternehmen zeigen.

Für die USA soll es das erstmalige Entfallen bestimmter Steuerermäßigungen, das Median-Verdienern heuer im Schnitt rund 1500 Dollar kostet, gewesen sein, für China gilt die jüngste Verschärfung der Geldpolitik als Auslöser und in Europa wurde auch schon die Verschärfung der Eurozonen-Geldpolitik durch die laufende vorzeitige Rückführung von EZB-Notkrediten im Volumen von bereits knapp 150 Milliarden Euro genannt.

Tatsache ist, dass etliche international engagierte Unternehmen die jüngste Präsentationen ihrer Quartalsergebnisse genutzt haben, um für Januar übereinstimmend von dramatischen Umsatzeinbrüchen in genau den Ländern zu berichten, die zuletzt für ihre durchwegs hohen Gewinne und Umsatzzuwächse verantwortlich waren.

Allen voran hat etwa der Baumaschinengigant Caterpillar im Januar in Asien/Pazifik um 12 Prozent und in den USA um elf Prozent weniger umgesetzt als im Vorjahreszeitraum. Dank vier Prozent Plus in Südamerika und Stagnation im Rest der Welt ergibt sich für Caterpillar daraus ein globales Minus von vier Prozent, dessen Umsätze gerade für Länder wie China und Indien als verlässlicher Konjunkturindikator gelten.

Aber anscheinend hat nicht nur die globale Baukonjunktur Probleme, auch bei der Konsum-Elektronik zeigen sich Alarmsignale. So machte Apple dahingehend zwar keine Angaben, jedoch berichtete die Financial Times, dass iPhone-5-Produzent Foxconn, dessen Kapazitäten lange nicht mit der Nachfrage hatten mithalten können, die Produktion zurückgefahren hat und bis auf weiteres keine neuen Mitarbeitern mehr einstellt. Während in der laufenden Berichtssaison aber so wenige optimistische Prognosen zu hören waren wie selten zuvor, war zuletzt noch in einem internen Email des weltgrößten Einzelhändlers Wal Mart, das Bloomberg veröffentlicht hat, auch für die ersten zwei Februarwochen von einem "totalen Desaster" und dem schlechtesten Monatsauftakt seit sieben Jahren die Rede, was die Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) doch recht optimistisch erscheinen lässt.

Demnach sei der Wachstumseinbruch am Jahresende 2012 nur eine vorübergehende Delle gewesen und die Weltwirtschaft werde in diesem Jahr ein Konjunkturplus von 3,5 Prozent erreichen. So hat die französische Regierung angesichts der höchsten Arbeitslosigkeit seit 15 Jahren ihre Wachstumsprognose für 2013 gerade von 0,8 Prozent auf 0,2 bis 0,3 Prozent zurückgenommen und gleichzeitig eingestanden, dass die Geschäfte der französischen Privatwirtschaft im Januar so schlecht gelaufen sind wie zuletzt 2009. Folglich bleiben anscheinend nur noch Russland, Lateinamerika und vielleicht die Türkei, wo anscheinend nach wie vor Optimismus herrscht, sowie Japan, dessen Exporteure endlich von der massiven Überbewertung des Yen befreit wurden, um das globale Wachstum voran zu treiben.

Als schärfster Konkurrent Japans auf vielen globalen Märkten ist klar, dass Deutschland von der erstarkten japanischen Konkurrenz besonders stark betroffen sein wird, und vielleicht auch noch mit einer deutlichen Abschwächung des Pfund konfrontiert sein könnte, während der Euro dank strenger EZB wohl eher Stärke zeigen wird. Sollten die üblen Erwartungen also auch nur annähernd eintreffen, dann wird Deutschland den Innlandskonsum jedenfalls kräftig steigern müssen, um in diesem Jahr überhaupt positive Wachstumsraten zu erzielen. Denn so unsicher die Prognosen für die Weltwirtschaft auch immer sein mögen, so lange die allseits in Europa beschlossenen Sparmaßnahmen nicht zurückgenommen werden, kann Deutschland jedenfalls hier keinesfalls mit Exporterfolgen rechnen.

Anzeige