Google ist ein wichtiges Werkzeug für chinesische Wissenschaftler

Wenn es Google in China nicht mehr gäbe, so ein Wissenschaftler, wäre dies, "als ob meine Augen verliere".

Google drohte der chinesischen Regierung, die Suchmaschine in China einzustellen, wenn die Regierung weiterhin eine Zensur von Suchergebnissen verlangen würde und die Angriffe auf Accounts von Google Mail nicht eingestellt werden sollten. Die chinesische Regierung wies die Kritik zurück und erklärte, Google müsse sich in China wie in anderen Ländern an die Gesetze halten. Da Google in China aber noch einen geringen Marktanteil hat, wurde die Drohung von Google auch als Botschaft verstanden, um das Image des Konzerns wieder zu verbesser, der vor allem als Datenkrake in Verruf geraten ist.

Nature hat eine Umfrage unter chinesischen Wissenschaftlern gemacht, wobei deutlich wird, dass diese Gruppe der Internetbenutzer offenbar sehr stark die Suchmaschine von Google nutzt, was sicherliczh damit zu tun hat, dass sie stark auf Informationen aus dem Ausland angewiesen ist. Repräsentativ ist die Umfrage sicherlich nicht, 784 der angeschriebenen Wissenschaftler haben die Anfrage beantwortet. Von diesen benutzen 92,5 Prozent Google, 12,9 Prozent Yahoo und 56,9 Prozent Baidu, die größte chinesische Suchmaschine. Allgemein soll Google in China einen Marktanteil von etwa 30 Prozent und Baidu von deutlich mehr als 60 Prozent haben.

Bei den Wissenschaftlern sagen zumindest 76,3 Prozent, ihre primäre Suchmaschine sei Google, Baidu liegt bei 16,5 Prozent. Genutzt wird vor allem die Suchfunktion (88%), 57 Prozent nutzen Google Scholar, 44 Prozent Google Mail. Die Wissenschaftler suchen zu 82 Prozent nach wissenschaftlichen Veröffentlichungen, sonst stehen Informationen über Kongresse, Abstracts, Forschungsprogramme oder wissenschaftliche Neuigkeiten ganz oben. 47,6 Prozent der Wissenschaftler sagen, dass sie stark beeinträchtigt würden, wenn es die Google Suchmaschine in China nicht mehr gäbe, 16 Prozent erklären, dass dies keine Auswirkungen auf sie habe. Die internationale Zusammenarbeit würde für 39,6 Prozent dadurch stark behindert werden, für 22 Prozent gar nicht.

Für Wissenschaftler seien diese Ergebnisse überall auf der Welt ähnlich, sagte David Bousfield von Outsell, die Suchmaschine und Google Scholar seien für Wissenschaftler unverzichtbar geworden. Nature zitiert einen Ökologen, der sagte: "Eine Suche ohne Google würde wie ein Leben ohne Strom sein." Das ergibt sich allerdings aus der Umfrage nicht, aber die Mehrheit befürchtet doch Einschränkungen in der wissenschaftlichen Arbeit. Es gibt zwar auch andere Angebote wie PubMed, um wissenschaftliche Dokumente zu suchen, aber Googles Suche ist umfassender und einfacher.

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