"Gott wollte es so"

Zehn von 33 republikanischen Kandidaten für den Senat äußern sich gegen Abtreibungen im Fall einer Schwangerschaft nach einer Vergewaltigung

Der Senatskandidat der Republikaner in Indiana, Richard Mourdock, hatte vergangene Woche eine Ansicht kundgetan, die ihn weit über die Grenzen seines Bundesstaates und der Vereinigten Staaten bekannt machte. Für den Tea-Party-Politiker Mourdock ist eine Schwangerschaft nach einer Vergewaltigung "etwas, das Gott wollte".

Manche Republikaner erschraken über die Äußerung. Mitt Romney reagierte schnell und distanzierte sich von Mourdocks Ansichten, die den seinen nicht entsprächen. In einem Fensehspot, der am Tag zuvor in Indiana erschien, wirbt Romney noch für Mourdock. Hatten sich die beiden politischen Freunde nie zuvor über Pro-Life-Ansichten, die bei den republikanischen Kandidaten sehr wichtig sind, ausgetauscht? Kaum zu glauben.

Das Rennen zwischen Obama und Romney ist Umfragen nach sehr eng, solche extremen Aussagen können dem Gegner helfen. Der vormalige Präsidentschaftskandidat der Republikaner John McCain forderte Mourdock auf, sich zu entschuldigen. Das gleiche verlangte ein Parteifreund aus Indiana, Mike Pence, der dort Governor werden will.

Geht es nach einem Bericht das amerikanischen Magazins Alternet, so ist die Position Mourdocks innerhalb der Republikanischen Partei gar nicht extrem, sondern "the new normal". Das Magazin stützt seine Behauptung damit, dass von 33 Republikanern, die jetzt für den Senat kandidieren, bis auf drei Ausnahmen allesamt Abtreibungsgegner seien und davon "mindestens zehn" so unbedingt "pro-life", dass sie auch bei Vergewaltigung oder Inzest keine Ausnahmefälle sehen.

Außer Mourdock und dem Abtreibungsgegner Todd Akin, der sich im August mit einer verdrehten Aussage über Schwangerschaften nach Vergewaltigungen hervortat ("It seems to me, from what I understand from doctors, that’s really rare. If it’s a legitimate rape, the female body has ways to try to shut that whole thing down"), listet das Magazin noch Aussagen von acht republikanischen Senats-Kandidaten auf, die eindeutig zu erkennen geben, dass sie gegen einen Abbruch sind, wenn eine Frau durch eine Vergewaltigung schwanger wurde.

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