Greenwashing für Biosprit aufgedeckt

Die Biospritbranche hat monatelang mit PR-Aktionen in eigener Sache die öffentliche Meinung zu beeinflussen versucht.

Das ergaben Recherchen des gemeinnützigen Vereins LobbyControl. Die Vorwürfe wurden mittlerweile vom Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie e.V. eingeräumt.

Demnach wurde Anfang 2008 das auch im Fall der Deutschen Bahn tätige Lobbyunternehmen EPPA GmbH mit der Erstellung einer Analyse und der Durchführung einer Kampagne beauftragt, mit der dem Biosprit ein besseres Image verpasst werden sollte.

Zu dieser Zeit war er bei Umweltorganisationen und entwicklungspolitischen Verbänden verstärkt in die Kritik geraten. Der Hauptvorwurf lautete, dass durch den profitablen Biosprit Pflanzen, die zur Ernährung dienen zurück verdrängt werden und dadurch in den Ländern des globalen Südens der Hunger zunimmt.

Das Unternehmen Berlinopolis verfasste daraufhin Leserbriefe, in denen oft mit Verweis auf wissenschaftliche Forschungsergebnisse die Vorwürfe gegen den Biosprit zurückgewiesen wurden. Die Leserbriefe wurden mit Autorennamen wie Namen Sina Pawlowski, Markus Becker und Katrin Päzolt unterzeichnet und in den unterschiedlichsten Medien platziert. In der linken jungen Welt sind sie ebenso zu finden, wie in der liberalen Frankfurter Rundschau und auch in den konservativen Zeitungen Faz und Focus Online findet man die Verteidiger des Biosprits.

Die Lobbyarbeit wurde nach ca. einem halben Jahr beendet, weil die VDB mit der Umsetzung der PR-Maßnahmen unzufrieden gewesen sind. Über die Höhe der Kosten des Auftrags schweigt der VDB.

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