Große Explosion bei Pasdaran-Stützpunkt

Unter den 16 Toten befindet sich angeblich auch der iranische Raketenforscher Hassan Tehrani Moqadam

Im iranischen Bidganeh gab es am Samstag eine große Explosion, die bis in Außenbezirke der 45 Kilometer entfernten Hauptstadt Teheran zu hören war, wo man anfangs ein Erdbeben befürchtete. In der Nähe der Ortschaft befindet sich ein Stützpunkt der 5. Raad-Brigade, die zu den Pasdaran-Revolutionsgarden gehört. In diesem Stützpunkt lagern nach Informationen der liberalen israelischen Zeitung Ha'Aretz unter anderem ballistische Shahab-3-Mittelstreckenraketen mit bis zu 1.930 Kilometern Reichweite. Israel ist 1.723 Kilometer von Irans Grenze entfernt.

Ramadan Sharif, ein Sprecher der Pasdaran erklärte die Explosion, bei der mindestens 16 Soldaten ums Leben kamen, mit einem Unfall beim Transport von Munition aus Bidganeh in die Ortschaft Shahriar. Unter den Toten befindet der Washington Post zufolge auch der Brigadegeneral und Raketenforscher Hassan Tehrani Moqadam, der an der Imam-Hussein-Universität der Pasdaran lehrte. Am 12. Oktober 2010 hatte es in einem Pasdaran-Munitionslager in Khoramabad eine ähnliche Explosion gegeben, die ebenfalls mit einem Unfall erklärt wurde. Und vor zwei Jahren starben 20 Personen in einer militärischen Anlage 500 Kilometer südwestlich der Hauptstadt, in der dem Global Security Institute zufolge Shahab-3-Raketen gefertigt wurden.

Vor gut einer Woche waren Erkenntnisse der internationalen Atomenergiebehörde IAEA an die Öffentlichkeit gedrungen, wonach Iran bis zum letzten Jahr an Kernwaffen geforscht hat und dies möglicherweise weiter tut. Das schlussfolgerten die Experten unter anderem aus Studien zu atomwaffenspezifischen Bauteilen, dem Computermodell eines nuklearen Sprengkopfs und einen durch Satellitenaufnahmen entdeckten Behälter, der mutmaßlich für Tests diente.

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