Grüne Flugzeuge, die mit Atomkraft fliegen?

Ein britischer Professor für Luftfahrttechnik weist darauf hin, dass bereits in den 50er Jahren Versuche mit Reaktoren auf Flugzeugen gemacht wurden und dass Kerosin keine Zukunft habe.

Wie kann weiterhin die Luftfahrt ausbauen, aber verhindern, dass sie zur Klimaerwärmung beiträgt? Ian Poll, Professor für Luftfahrttechnik an der Universität Cranfield und technischer Leiter des staatlichen finanzierten Omega-Projekts, das nach umweltfreundlichen Lösungen für die Luftfahrt sucht, hat eine Idee: Man könnte, so mein der Professor, wie die Times berichtet, die Flugzeuge mit Triebwerken ausstatten, die mit Atomenergie betrieben werden. Damit könnten Millionen von Menschen um die Welt fliegen, ohne die Umwelt und das Klima zu schädigen, weil dann ja auch keine CO2-Emissionen verursacht werden..

In den 50er Jahren habe man bereits in den USA und in der ehemaligen Sowjetunion die notwendigen technischen Grundlagen entwickelt, aber sei dem dann nicht weiter gegangen, weil Langstreckenraketen den Einsatz von Flugzeugen erübrigt haben, die lange Zeit, ohne aufgetankt werden zu müssen, in der Luft bleiben können. In den USA wurden damals auch erste Flugtests mit einem Atomreaktor an Bord einer B-36 durchgeführt, die von Texas nach New Mexico flog. Besoners erfolgreich war der Test aber offensichtlich nicht. Der Reaktor lief heiß, was aber nichts machte, weil man mit Kerosin flog. Bestätigt wurde, dass die Crew, die in einem mit einem Bleimantel geschützten Cockpit saß, nicht verstrahlt wurde. Zur Sicherheit begleitete das Reaktorflugzeug ein weiteres Flugzeug. Sollte es zu einem Unglück kommen, dann hätten Fallschirmspringer von den Marines den Absturzort absichern sollen. Das würde freilich wenig nutzen, wenn ein Passagierflugzeug mit einem Atomantrieb über einer Stadt abstürzen sollte,

Der Professor glaubt dennoch, dass die Atomkraft die Antwort auf die Frage ist, wie man in Zukunft mit einem "Null-Einfluss auf die Umwelt" fliegen kann. Er gesteht der Allgemeinheit immerhin zu, dass noch 30 Jahre notwendig seien, um sich daran zu gewöhnen. Was mit Atom-U-Booten möglich sei, müsse auch für Flugzeuge realisiert werden können. Wenn ein Flugzeug abstürzen sollte, dann könne man den Reaktor vor dem Aufprall doch herausschleudern und ihn mit einem Fallschirm landen lassen. Probleme könnte es nur geben, wenn der Mantel um den Reaktor Risse bekomme. Ganz allgemein meint er, man habe die Atomenergie dämonisiert, obwohl sie große Vorteile für die Menschheit habe. Eine Alternative hat aber auch Ian Poll noch anzubieten: Man könne ja auch Triebwerke entwickeln, die mit Wasserstoff betrieben werden. Den könne man aus dem Meer gewinnen – mit Atomkraftwerken.