Grüne und Piraten haben 2011 neue Parteimitglieder gewonnen

Die FDP schrumpft drastisch, auch die Linken verlieren deutlich an Parteimitgliedern

Seit vielen Monaten bewegt sich die FDP bei Umfragen in der Bedeutungslosigkeit. Wenn jetzt Wahlen wären, würde sie wohl nicht mehr in den Bundestag ziehen, sondern gerade einmal zwei oder drei Prozent erhalten. Ähnlich ergeht es den Liberalen bei den Landtagswahlen. In Rheinland-Pfalz, Mecklenburg-Vorpommern oder Berlin haben sie schon nicht mehr geschafft, wieder in die Landesparlamente einzuziehen.

Mittlerweile umgibt die Liberalen das Flair der Loser. Westerwelle ist zur grauen Maus im Hintergrund geworden, Rösler konnte keine neuen Impulse geben, Lindner hat sicherheitshalber schon mal das Schiff verlassen. Das haben auch zahlreiche Parteimitglieder gemacht. Allein in diesem Jahr sind nach Angaben der Frankfurter Rundschau mehr als 5000 Mitglieder aus der Partei ausgetreten. Das sind 7,5 Prozent der Mitglieder, womit die FDP am meisten unter der kontinuierlichen Schrumpfung leidet, die freilich auch die meisten anderen Parteien heimsucht.

Die Grünen waren letztes Jahr allerdings die großen Gewinner. 6000 Menschen traten in die Partei ein, die Mitgliederzahl wuchs um 11,3 Prozent und hat damit bald die der schrumpfenden FDP erreicht. Ein Grund für die Attraktivität der Grünen dürfte Fukushima und die damit verbundene Energiewende gewesen sein, zudem haben sich Partei und Öko-Lebensstil in der gehobenen Mittelschicht etabliert.

Außer Acht gelassen wurden in der Frankfurter Rundschau seltsamerweise allerdings die Piraten, die 2011 aber ihren Siegeszug als neue Kraft feierten, in den Umfragen deutlich über 5 Prozent liegen und in Berlin in das Landesparlament einzogen. Bis 2009 waren die Piraten noch eine Exotenpartei, dann aber wuchsen mit den Europawahlen die Mitgliederzahlen deutlich von etwas mehr als 1000 auf mehr als 11000 an, 2011 konnten sie sich nach den Wahlen in Berlin fast noch einmal auf nun fast 20.000 verdoppeln.

Die "Volksparteien" CDU und SPD verlieren seit Jahren kontinuierlich an Mitgliedern. Dabei treten kaum Mitglieder aus, aber es treten viel zu wenig ein, um die Sterbefälle zu kompensieren. Beide vergreisende und langsam aussterbende Parteien haben nun bereits weniger als 500.000 Mitglieder. 2011 verlor die CDU mehr an Mitgliedern als die SPD. Von der CSU erhielt die Frankfurter Rundschau keine Zahlen. 2010 war die Mitgliederzahl um 3,3 Prozent zurück gegangen, zu vermuten ist, dass es 2011 nicht besser wurde.

Gut sieht es auch für die Linkspartei nicht aus. Sie hatte bereits 2010 stattliche 5,6 Prozent an Mitgliedern verloren, 2011 sieht es mit vermutlich 5,2 Prozent nicht viel besser aus. Nach Schätzungen hat die Linkspartei nun knapp 70.000 Mitglieder.