Grünen-Mitgründer wird Pirat

Für Herbert Rusche sind die Grundrechtsschützer heute das, was die Öko-Partei in den 1970er und 1980er Jahren war

Herbert Rusche, einer der Gründer der Grünen, gab gestern seinen bereits am Montag erfolgten Eintritt in die Piratenpartei bekannt. Der geborene Pfälzer zog 1985 im Rotationsverfahren in den Bundestag ein und war dort der erste bekennend schwule Abgeordnete.

Vor acht Jahren trat der Buddhist wegen des von Joseph Fischer mit vorbereiteten Krieges gegen Jugoslawien bei den Grünen aus, die unter seiner Amtszeit als Landesgeschäftsführer aus dem Stand mit 8,6 Prozent der Wählerstimmen in den Hessischen Landtag eingezogen waren.

Seine damals gesammelten Erfahrungen begrüßte das Bundesvorstands-Mitglied Nicole Hornung als "unschätzbar wertvoll". Rusche habe "schon einmal dazu beigetragen, eine Gruppierung engagierter junger Menschen in Richtung einer regierungsfähigen Partei zu entwickeln, und wird uns [...] bei der Arbeit im politischen Alltag deshalb sehr helfen können."

Der Siebenundfünfzigjährige selbst meinte, dass die Grundrechtsschützer heute das seien, was die Öko-Partei in den 1970er und 1980er Jahren war. Die etablierten Parteien würden "völlig verkennen", wie groß mittlerweile die Zahl der Menschen ist, für die Themen wie der Schutz der Privatsphäre "von höchster Bedeutung sind".

"Im Netz", so der Blogger, hätten "Bekanntheit und die Sympathie für die Piratenpartei in den letzten Wochen und Monaten sehr stark zugenommen." Als "nächsten Schritt" schlägt er deshalb vor "dass die Verwandten und Freunde, welche weniger mit der Technik der neuen Kommunikationsmöglichkeiten vertraut sind, mit Anrufen, Postkarten, Gesprächen bei einer Tasse Kaffee oder beim abendlichen Bier informiert werden."

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Herbert Rusche in seinem Bundestagsbüro (1986)
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