Grünstrom 2019: Licht und Schatten

Die Stromproduktion der erneuerbaren Energieträger hat 2019 weiter zugelegt

Nach den Zahlen des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme wurden im vergangenen Jahr in Deutschland von Windrädern 127,2 Milliarden Kilowattstunden ins öffentliche Netz eingespeist. Von Solaranlagen waren es 46,5, von Biogasanlagen 44,4 und von Wasserkraftwerken 19,2 Milliarden Kilowattstunden.

Macht zusammen 237,4 Milliarden Kilowattstunden oder 46,2 Prozent der Nettoerzeugung (Erzeugung minus Eigenverbrauch der Kraftwerke). Gegenüber dem Vorjahr war das eine Steigerung um 5,7 Prozentpunkte.
Die Ziele der Bundesregierung werden immer relativ zur Bruttoerzeugung angegeben.

Gemessen an dieser liegt die Erzeugung der Erneuerbaren noch um einige Prozentpunkte niedriger, wird aber in den nächsten Jahren einen Sprung machen, wenn die letzten AKW abgeschaltet werden. Diese haben nämlich einen hohen Eigenverbrauch. Fällt dieser weg, macht Deutschland automatisch einen kleinen Sprung in Richtung der offiziellen Ziele, der aber nur einen statistischen Artefakt darstellen wird.

Allerdings kann sich der Anteil der Erneuerbaren durchaus schon jetzt sehen lassen und die Entwicklung hätte in den nächsten Jahren im gleichen Tempo weitermarschieren können, wäre nicht 2019 der Ausbau der Windenergie so stark eingebrochen. Je nach dem, wie lang die von der Bundesregierung erzwungene Durststrecke, die gerade dieser Tage zu weiteren Massenentlassungen geführt hat, dauern wird, wird auch das Wachstum des Grünstromanteils in den nächsten Jahren verlangsamt.

Wie berichtet wurden 2019 an Land in Deutschland nur Anlagen mit einer Gesamtleistung von weniger als einem Gigawatt (GW) errichtet. Es ist noch gar nicht solange her, da lag dieser Wert über fünf GW. Das wäre auch das Tempo, mit dem der Ausbau im Interesse des Klimaschutzes voranschreiten müsste.

Jedenfalls haben 2019 die Erneuerbaren erstmals die fossilen Energieträger überholt, die 206,5 Milliarden Kilowattstunden ins öffentliche Netz einspeisten. (Außerdem gibt es noch eine ganze Reihe Anlagen meist Gas- und einige Braunkohlekraftwerke von industriellen Großbetrieben zur Selbstversorgung, die in diese Statistiken nicht einfließen.)

Je etwa zur Hälfte liegt dieses Überflügeln der alten Kraftwerke an der Steigerung der Produktion der Erneuerbaren und am Rückgang der fossilen Produktion wegen verringertem Absatz im Ausland. Der Nettoexport von Strom aus Deutschland ging 2019 erstmals seit Jahren zurück und zwar von 48 auf 31 Milliarden Kilowattstunden.