"Grüß Gott, Herr Gauck"

Fotografische Impressionen vom Berliner "Friedenswinter"

Die Anti-Kriegs-Demonstrationen des sogenannten Friedenswinters in Berlin, Hamburg und einigen anderen Städten sind, wie berichtet, umstritten, wenn auch nötiger denn je, und die Berichterstattung vieler Medien ist – gelinde gesagt – unfreundlich.

Bild: W. Pomrehn

Der Tagesspiegel-Korrespondent will gar neben "Putin-Verstehern" und "Wirrköpfen" auch "ein paar Neonazis" auf der Berliner Demo ausgemacht haben. Wie diese sich ihm offenbarten, bleibt indes sein Geheimnis. Durch Transparente, entsprechende Fahnen oder Parteiembleme waren sie jedenfalls nicht auszumachen.

Bild: W. Pomrehn
Bild: W. Pomrehn

Wie dem auch sei, die Veranstalter ließen keinen Zweifel daran, wo sie stehen: Reiner Braun von der deutschen Sektion der IALANA (International Association Of Lawyers Against Nuclear Arms) und einer der Organisatoren meinte zum Auftakt vor dem Berliner Hauptbahnhof:

"Dank Russland 70 Jahre Frieden"
"Unsere Demonstration ist antifaschistisch; ohne Wenn und Aber. Wir stehen in der Tradition des Schwurs von Buchenwald: 'Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg'. Wir lehnen jede Form des Rechtsradikalismus ab, wir arbeiten mit Rechtsradikalen nicht zusammen. Wir demonstrieren hier gegen Krieg und Faschismus, gegen drohende Kriegsgefahr. Wir wollen keinen Rassismus in unserem Land, gleichgültig in welcher Form. Wir sind empört darüber, wie die sächsische Landesregierung mit einer Rassistenorganisation, dem PEGIDA-Bündnis, kooperiert. Auch hier muss eine klare Ansage kommen: Nicht in unserem Namen. Wir leisten Widerstand! Lasst es mich noch einmal ganz deutlich sagen: Wir sagen Nein zu Antisemitismus, neuen Rechten, Reichsbürgern, Rassismus, Nationalismus und Faschismus."
Reiner Braun

Auch Sorben waren zum demonstrieren nach Berlin gekommen. Bild: W. Pomrehn

Auch im Aufruf zu den Aktionen heißt es unmissverständlich: "Den Menschenrechten, dem Völkerrecht und der internationalen Solidarität gilt unser aktives Handeln. Rassismus und Faschismus lehnen wir entschieden ab." Zum Abschluss des "Friedenswinter", heißt es dort, ist am 9. Mai in Berlin eine "bundesweite Demonstration zum 70. Jahrestag der Befreiung von Krieg und Faschismus" geplant.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft war trotz gegenteiligen Votums des Landesverbandes als einzige Gewerkschaft reichlich und auffällig vertreten. Bild: W. Pomrehn

Einen guten Eindruck von der Demonstration gibt auch der Mitschnitt der fast
halbstündige Rede Eugen Drewermanns zum Abschluss vor dem Sitz des Bundespräsidenten.




Anzeige