Guantanamo kommt US-Steuerzahlern teuer

650.000 Dollar kostet ein Gefangener pro Jahr

US-Präsident Obama hatte beim Amtsantritt versprochen, das Gefangenenlager Guantanamo in einem Jahr zu schließen. Zwar konnte er die Zahl der Häftlinge von 270 auf jetzt 176 senken, aber noch ist eine Schließung nicht in Aussicht. Hauptgrund dafür ist, dass Obama am Widerstand auch der eigenen Partei gescheitert ist, die Gefangenen, die nicht in andere Länder abgeschoben werden können, in die USA aufzunehmen und diejenigen, die weiter in Haft bleiben sollen, in ein Gefängnis auf US-Territorium zu bringen.

Am Freitag vor dem 11/9-Jahrestag äußerte Obama sein Bedauern, dass er sein Versprechen bislang nicht umsetzen konnte, nannte aber nun einen neuen Grund dafür, warum Guantanamo möglichst bald geschlossen werden sollte. Das Argument könnte einleuchten, denn die Kosten des Gefangenenlagers sind exorbitant hoch. Nach dem Pentagon kostet der Betrieb jährlich 116 Millionen US-Dollar, das sind umgerechnet pro Häftling mehr als 650.000 US-Dollar. In Guantanamo arbeiten 2.000 Soldaten und Angestellte.

Nach dem Bureau of Prisons kostet ein Häftling in den US-Bundesgefängnissen hingegen jährlich nur durchschnittlich 27.251 US-Dollar. Ein Hochsicherheitsgefängnis in den USA dürfte also deutlich billiger kommen als der Weiterbetrieb von Guantanamo. Das Weiße Haus hatte geplant, Gefängnisse in Illinois und Michigan zu kaufen, war aber am Widerstand im Kongress gescheitert, der dafür keine Gelder bewilligte.

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