Hamburger Schanzenfest wird "Gefahrengebiet"

Die Polizei befürchtet ab 23 Uhr Brandstiftungen, Sachbeschädigungen und Körperverletzungen

Von heute Abend 23 Uhr bis morgen Früh 5 Uhr gilt im Hamburger Schanzenviertel der "kleine Notstand". Für diesen Zeitraum erklärte die Hamburger Polizei das Areal zum "Gefahrengebiet", in dem sie verdachtsunabhängig kontrolliert, Platzverweise ausspricht und Personen vorsorglich in Gewahrsam nimmt. Grund dafür sind Brandstiftungen, Sachbeschädigungen und Körperverletzungen, die das Stadtteilfest seit 2003 prägen und für die man in diesem Jahr eine Vorbildwirkung aus mehreren englischen Städten befürchtet. Einen Vorwand für Krawall liefern unter anderem das vom Energiekonzern Vattenfall gesponsorte Radrennen Cyclassics und der Einbau von Bädern und Heizungen in Wohnungen, der den Zuzug Ortsfremder begünstigt.

Zur Eindämmung der befürchteten Straftaten hat die Hansestadt über 1.200 Polizisten aus anderen Bundesländern angefordert. In den Büros scheint man dagegen weniger ausgelastet: Dort ermittelt der Hamburger Staatsschutz derzeit unter anderem wegen satirischer Plakatfälschungen, in denen die Polizei vermeintlich bekannt gibt, dass Einsatzkräfte "bei Beschwerden vor Ort, Widerworten, Widerstand und Nachfragen nach Dienstnummern" angewiesen seien, "rigoros vorzugehen" und Zuwiderhandler "im Zweifelsfall mit einer "Freiheitsentziehung bis zu zwei Wochen" zu rechnen hätten, weshalb sie sie einen "ausreichenden Vorrat an Medikamenten und Hygieneartikeln mit sich" führen sollten.

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