Herzchen macht Bumm Bumm

Neben der Spur

Schon mal über das WLAN gecheckt worden? Nein, ich meine nicht das Passwort

Sie sind überall, die Wireless LANs, die unsichtbaren Übertragungssignale, die uns Bilderchen auf den Laptop zaubern und unsere Posts ins Netz der Netze schicken. Sie sind unter uns, über uns, neben uns, vermutlich auch hinter uns, wer kann das schon sagen. Und wer kann schon sagen, was sie noch alles machen, wenn wir nicht aufpassen. Oder vielleicht wissen wir es nicht einmal.

Denn zum Beispiel dieses Paper zeigt uns, dass vielleicht schon heute mehr möglich ist, als wir uns das nur ausmalen können. Vor allem Seite 34 wird Dein Leben verändern, es wird Dir den Aluhut von der Stirn reißen und drei Herren mit schwarzen Sonnenbrillen und gut sitzenden Anzügen an Deiner Türe klingeln lassen.

So, genug Angst gemacht.

Das Paper "Emotion Recognition using Wireless Signals" von Mingmin Zhao, Fadel Adib, Dina Katabi (Massachusetts Institute of Technology) zeigt, wie man die Signale eines WLANs nutzen kann, um beim Probanden den Herzschlag zu messen. Toll, nicht? Ja, eben, es kann aber noch mehr, also das Paper sagt, dass man noch mehr kann. Mit dieser einem EKG nicht unähnlichen Technik, die aber eben keine Sensoren an der Haut befestigt, sondern Dich – sagen wir bei Starbucks, während Du einen Kaffee zum Mitnehmen erstehst – unbemerkt durchmisst, kann aus dem gemessenen Herzmuster Dein emotionaler Zustand abgeklärt werden. Mit dabei, natürlich wie immer diese Tage, unser aller Liebling: AI, Artificial Intelligence. Ohne den geht es ja eh nicht mehr. Aber mit ihm geht es angeblich jetzt sehr gut und nicht inversiv.

Genau: Alarmstufe ROT, Aluhut schnell wieder auf!

Denn wenn das bereits funktioniert, man aber nicht gesagt bekommt, wo es vielleicht schon im Einsatz sein könnte, dann sind sie sicher schon unter uns, die messenden Router. Die dann herausbekommen werden, dass Du im Augenblick wegen der langen Wartezeiten in einem Kaffeeladen schlechte Laune hast. Was sie vielleicht nach wie vor nicht messen werden können, das ist, was Du deshalb dann wie tust.

Das würde Alphabet auch gerne wissen, die jetzt wieder ein Feature bei YouTube abschalten müssen, weil sie feststellen, dass es dummerweise niemand nutzen kann. Denn messen ist das eine, wissen ist das andere, aber ändern ist das wirklich Spannende.

Und das kann der böse, böse Router bisher nicht. K-kann er doch nicht, oder? Komisch, dass ich jetzt dieses Drang verspüre, den Absatz zu beenden und nicht weiter zu schreib...