Herzinfarkt durch Feinstaub

Studie liefert neue Argumente für Mautsysteme in Innenstädten.

In der jetzt vorgestellten Nixdorf Recall Studie wurde anhand 4814 zufällig ausgewählter Männer und Frauen im Alter von 45-74 Jahren in den Städten Mülheim, Essen und Bochum ein Zusammenhang zwischen erhöhter Feinstaubbelastung und Arteriosklerose festgestellt. Feinstäube sind Schwebeteilchen im Mikrometerbereich, die unter anderem bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe, in Industrie und Landwirtschaft und bei der Holzverbrennung entstehen. Die Hauptursache für die hohen innerstädtischen Feinstaubkonzentrationen ist der Verkehr. Bestrebungen, den innerstädtischen Verkehr mit Hinweis auf mögliche gesundheitliche Schäden einzuschränken, werden damit empirisch weiter untermauert.

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Studienteilnehmer, die nahe an vielbefahrenen Straßen wohnen, wiesen eine stärkere Arteriosklerose der Herzkranzgefäße auf als solche, die weiter entfernt wohnen. Dies ergab sich auch, wenn wichtige Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen, wie Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes und ein hoher Cholesterinspiegel berücksichtigt werden. Verglichen mit Studienteilnehmern, die mehr als 200 m entfernt von einer Autobahn oder Bundesstraße wohnen, ist das Risiko starker Arteriosklerose für diejenigen, die bis zu 50 m von den Hauptstraßen wohnen, um 63% erhöht. Um 34% für diejenigen, die in einer Entfernung zwischen 51-100 m von großen Straßen wohnen, und um 8% für diejenigen, die zwischen 101-200 m entfernt wohnen.

Während frühere Untersuchungen bereits einen Zusammenhang zwischen der Luftverschmutzung und dem Risiko für Herzinfarkte und plötzlichem Herztod gezeigt haben, ist dies die erste Studie, die einen Zusammenhang zwischen einer langandauernden hohen Verkehrsbelastung nahe der Wohnung und der Herzkranzgefäßverkalkung untersucht. Zum Einfluss anderer Umweltfaktoren wie Lärm wurden noch keine Angaben gemacht.

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